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Gewitter wüten über Hessen: Bundesgericht lahmgelegt

Wetter Gewitter wüten über Hessen: Bundesgericht lahmgelegt

Heftige Unwetter haben über Hessen gewütet, Straßen unter Wasser gesetzt, Bäume umgestürzt, einen Erdrutsch ausgelöst und die Stromversorgung unterbrochen.

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Regenfluten, Blitzeinschläge, Stromausfälle in Hessen.

Quelle: Andreas Fischer/dpa

Kassel. Blitze schlugen in Häuser ein. Besonders betroffen waren der Norden, Mittel- und Osthessen, wo sich in der schwül-heißen Luft von Dienstagabend bis Mittwochvormittag immer wieder Gewitter entluden. "Das war schon ein außergewöhnliches Unwetter", sagte ein Polizeisprecher in Kassel. Südhessen blieb zunächst verschont.

Ein Lokführer wurde am Mittwochmorgen in Osthessen verletzt, als ein Triebwagen zwischen Wallenrod und Hergersdorf gegen einen auf die Gleise gestützten Baum fuhr. In Homberg (Ohm) setzte ein Blitz ein Wohnhaus in Brand. Der Dachstuhl brannte komplett aus, die Bewohner konnten sich rechtzeitig ins Freie retten und blieben unverletzt.

Das Kasseler Bundessozialgericht (BSG) wurde am Abend lahmgelegt, weil der Strom ausfiel. Bei dem Unwetter sei der Keller des Gerichts vollgelaufen und dadurch eine Trafostation zerstört worden, sagte Verwaltungsleiter Harald Friedrichs am Mittwoch: "Wir sind vollkommen von der Stromversorgung abgeschnitten." Weder die Telefonanlage noch die Brandmeldeanlage funktionierten, Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt.

In Kassel und Umgebung seien seit dem Abend mehr als 300 Feuerwehrleute an 450 Stellen im Einsatz gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Strom fiel in zwei Stadtteilen aus. Außerdem setzten Blitze zwei Häuser in Brand. Die Feuerwehr hatte jedoch vor allem mit Überschwemmungen zu kämpfen: Mehr als 400 Keller liefen voll, 40 Bewohner im Stadtteil Kirchditmold mussten in Notunterkünfte gebracht werden. In einem Krankenhaus musste eine Station geräumt werden, weil Wasser durchs Dach kam.

Auch Unterführungen und Tiefgaragen wurden überschwemmt, so dass Autos bis zum Dach unter Wasser standen. Gullideckel wurden durch den Druck wie Korken aus dem Boden gedrückt. Am Mittwochmorgen wurden bei neuen Regengüssen wieder zahlreiche Straßen überflutet. In Fuldatal-Wilhelmshausen wurde die Bundesstraße 3 gesperrt, weil ein Erdhang abgerutscht war.

In Frankfurt bangten die Veranstalter des Firmenlaufs J.P. Morgan Corporate Challenge um den Start von fast 72 000 Läufern am Abend (19.30 Uhr). Ob ein Unwetter dem weltgrößten Firmenlauf noch einen Strich durch die Rechnung machen würde, war am Morgen unklar. Polizeisprecher Rüdiger Reges sagte, ob der Beginn des Laufs verschoben oder sogar ganz abgesagt wird, entscheide der Veranstalter nach Beratungen mit Meteorologen und Fachleuten.

Südhessen wurde von den Unwettern verschont, aber komplette Entwarnung wollte der Deutsche Wetterdienst (DWD) noch nicht geben. Nach wie vor galt am Mittwochmittag für Südhessen und die Hessentagsstadt Bensheim eine Hitzewarnung vor starker Wärmebelastung. Überall müsse noch mit Gewittern gerechnet werden, sagte Meteorologe Thomas Ruppert.

dpa

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