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Frostwachen gegen Winterstillstand bei der Bahn

Verkehr Frostwachen gegen Winterstillstand bei der Bahn

Die Bahn in Hessen sieht sich für den Winter gerüstet. Sobald die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinkt, sorgen Frostwachen dafür, dass Regionalzüge auch nach stundenlanger Pause wieder pünktlich losfahren können.

Frankfurt/Main. Auf den Abstellgleisen laufen die Loks dann auf Sparflamme, Lokführer überwachen sie ständig auf mögliche Schäden, überprüfen Heizung, Bremsen, Türen und die Zugangsstufen. "Das Ausfallrisiko ist deutlich geringer", sagte Thomas Liehr, Produktionsleiter DB Regio Hessen, am Montag in Frankfurt. Auch im vergangenen Februar bei wochenlangem starken Frost habe es keine Ausfälle, sondern lediglich einige Verspätungen gegeben.

Seit zwei Jahren werden in Hessen Frostwachen eingesetzt. Rund 20 Lokführer werden über ganz Hessen verteilt dafür bei Minusgraden eingesetzt - nachts und auch tagsüber, wenn Pendlerzüge mehrere Stunden stehen, bevor sie in den abendlichen Berufsverkehr starten. Ihr Arbeitsprogramm: In den Wagen die automatischen Anzeigen kontrollieren, dort werden Störungen auf einem Display angezeigt. Draußen an den Wagen ist zu sehen, ob sich doch irgendwo Eis gebildet hat oder ob die Bremsen festgefroren sind.

Störungen sollen möglichst vor Betriebsbeginn behoben werden. "Wenn man es rechtzeitig merkt, kann man noch reparieren", sagte Liehr. Das Personal in den Werkstätten werde an Frosttagen aufgestockt. Dort werden Eisplacken unter den Loks mit fast 100 Grad heißem Wasserdampf entfernt.

100 DB-Loks fahren im Regionalverkehr in Hessen, davon 14 Diesel-Loks. In den Werkstätten werden die Züge unter anderem mit Spezialfett an wichtigen Teilen wie dem Stromabnehmer und Frostschutzmittel für die Scheibenwaschanlage auf den Winter vorbereitet. Eingefrorene Weichen sollten kein Problem mehr sein, sagte Bahnsprecher Thomas Bischoff: "Inzwischen sind alle beheizt."

Die 170 S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet seien weniger gefährdet als die Regionalzüge, sagte Bahnsprecher Bischoff. Sie fahren regelmäßig längere Strecken durch Tunnel, wo Eis und Schnee rasch von selbst tauen. Enteisungsanlagen gibt es nur für den Fernverkehr, 36 sind es nach Bahn-Angaben in ganz Deutschland.

dpa

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