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Frau nach Tod von Ehemann wegen Mordversuch vor Gericht

Prozesse Frau nach Tod von Ehemann wegen Mordversuch vor Gericht

Wegen versuchten Mordes hat sich seit Donnerstag zum zweiten Mal eine heute 62 Jahre alte Frau vor dem Landgericht Frankfurt zu verantworten. Sie war bereits im Juni 2015 zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie den 67 Jahre alten Ehemann im Januar 2013 mit einem Schal gedrosselt haben soll.

Frankfurt/Main. Kurze Zeit später starb der an den Rollstuhl gefesseltem, beinamputierte Mann, allerdings an einem Herzinfarkt. Zum Zeitpunkt der Drosselung war er bereits bewusstlos.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil der Schwurgerichtskammer aus rechtlichen Gründen auf und verwies die Sache zurück nach Frankfurt. Auch im zweiten Verfahren bestritt die Angeklagte den Tatvorwurf. Sie sei erst in das Zimmer ihres Mannes gekommen, als dieser schon regungslos am Boden gelegen habe. Die Anklage stützt sich allerdings auf den Umstand, dass die Frau ein klares Motiv für die Tat hatte - der Ehemann hatte sie und die Familie trotz seiner Behinderung offenbar schikaniert und tyrannisiert. Zum Todeszeitpunkt war darüber hinaus niemand anderes in der Wohnung.

Während die Staatsanwaltschaft aufgrund der Bewusstlosigkeit des Opfers von einem heimtückischen Mordversuch ausgeht, verurteilte das Gericht die Frau im ersten Prozess lediglich wegen versuchten Totschlags. Bewusstlose seien in rechtlicher Hinsicht nicht "arg- und wehrlos", hieß es seinerzeit im Urteil. Für den neuen Prozess hat das Gericht sieben Fortsetzungstermine anberaumt.

dpa

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