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Film und Manga: Märchen der Brüder Grimm ändern sich

Literatur Film und Manga: Märchen der Brüder Grimm ändern sich

Ob Hollywood-Bestseller oder japanische Mangas - ohne die von den Brüdern Grimm gesammelten Märchen wären viele Geschichten wohl nicht entstanden. "Bei Filmen genügen kleine Signale", sagte Grimm-Forscherin Annekatrin Inder von der Universität Kassel am Mittwoch.

Kassel. So habe der Film "Maleficent" mit Angelina Jolie eigentlich nichts mehr mit Dornröschen zu tun. "Aber es beginnt mit: "Es war einmal..."". Damit sei der Bezug da.

Märchen hätten sich durch Übersetzungen weiterentwickelt, sagte Grimm-Stiftungsprofessor Holger Ehrhardt. Beispielsweise sei in Polen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Hänsel und Gretel nicht mehr übersetzt worden. "Das hängt auch mit der Verbrennung der Hexe zusammen", betonte er. In Japan sind Märchen-Mangas ein Verkaufsschlager, allerdings sind die Geschichten auf japanisch getrimmt. Statt einem Sack Mehl ist auf den Zeichnungen ein Fass zu sehen - und die sieben Geißlein tragen Kimono. "Die Märchen sind eigene, nationale Wege gegangen", betonte Ehrhardt.

Viele neue Erkenntnisse haben sich aus einem internationalen Kongress in Kassel zu 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (2012) ergeben. Daraus entstanden ist das zweibändige Werk "Märchen, Mythen und Moderne" mit 95 Beiträgen aus 24 Ländern, das am Mittwoch vorgestellt wurde.

dpa

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