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Ferdinand von Schirach: Doppelte Uraufführung

Theater Ferdinand von Schirach: Doppelte Uraufführung

Berlin/Frankfurt (dpa) - Ungewöhnliches Theatererlebnis: Der Bestsellerautor Ferdinand von Schirach hat in seinem ersten Bühnenstück "Terror" das Publikum über den Ausgang abstimmen lassen.

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Der Autor Ferdinand von Schirach.

Quelle: Tobias Hase/Archiv

Bei zeitgleichen Uraufführungen im Deutschen Theater in Berlin und am Schauspiel Frankfurt entschieden sich die Zuschauer am Samstagabend vergleichsweise knapp für die gleiche Version. Großen Applaus gab es in beiden Häusern für Schauspieler und Regie, vor allem aber für den Autor, der sich in Berlin sogar kurz auf der Bühne blicken ließ.

Das Stück inszeniert die Gerichtsverhandlung gegen einen Kampfpiloten. Er hat ein entführtes Flugzeug mit 164 Menschen an Bord abgeschossen, das Kurs auf die Münchner Fußball-Arena mit 70 000 Besuchern nahm. In der Rolle von Schöffen sollte das Publikum entscheiden, ob der Pilot wegen 164-fachen Mordes zu verurteilen oder freizusprechen ist.

In Berlin (Regie: Hasko Weber) votierten die Zuschauer mit 255 zu 207 Stimmen für Freispruch, am Schauspiel Frankfurt (Regie: Oliver Reese) ging es mit 240 zu 230 Stimmen noch knapper ebenso aus. "Er wählte das objektiv kleinere Übel", verkündete die Richterin in der Urteilsbegründung. Schirach ist selbst von Beruf Strafverteidiger, seit 2009 hat er als Schriftsteller mit Geschichten aus dem Justizalltag enormen Erfolg.

dpa

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