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Erstes Fohlen für Hanauer Urwildpferde - Erfolg für Zuchtprogramm

Es ist erst wenige Tage alt, galoppiert aber schon munter über die Koppel: Die Zuchtgruppe seltener Urwildpferde in Hanau hat erstmals Nachwuchs bekommen. Stute Galinka brachte am 23. Juni ein gesundes und kräftiges Hengstfohlen zur Welt.
Ein Przewalski-Pferd mit Fohlen.

Ein Przewalski-Pferd mit Fohlen.

© Peter Steffen/Archiv

Hanau. "Mutter und Kind sind wohlauf", sagte Revierförster Harald Fuhrländer am Freitag bei der Präsentation des Przewalski-Fohlens.

Przewalski-Pferde stammen aus Zentralasien. Sie galten seit 1970 in freier Wildbahn als fast ausgestorben. Für das Hanauer Zuchtprojekt ist die geglückte Nachzucht mit Hengst Fury ein großer Erfolg. Das Projekt auf dem Hanauer Naturschutzgebiet Campo Pond ist Teil eines europäischen Artenschutzprogramms. Langfristiges Ziel ist die Vermehrung und Wiederansiedlung der seltenen Wildpferde in ihrer zentralasiatischen Heimat.

Einen Namen hat das Hengstfohlen in Hanau noch nicht. Das Umweltzentrum rief zu einem Findungswettbewerb auf. Einzige Voraussetzung: Der Name muss mit einem "O" beginnen. "Jeder Przewalski-Jahrgang hat einen anderen Anfangsbuchstaben im Namen. So wissen alle Beteiligte Zoologen, Tierärzte und Halter auf Anhieb immer, in welchem Jahr das Tier auf die Welt kam", sagte Christoph Goebel, Betriebsleiter der Bundesforstbetriebs Schwarzenborn.

Auf dem ehemaligen Militärübungsplatz Campo Pond in Hanau leben nun neben dem Fohlen und Mutter Galinka noch drei weitere Stuten und Zuchthengst Fury. Er war erst im Juli 2013 zur Gruppe gestoßen. "Er hatte dann auch schnell alle Stuten belegt und getan, was er soll. Aber nur Galinka war noch rossig", sagte Fuhrländer. "Für uns war es wichtig zu sehen, dass Fury fruchtbar und zur Zeugung fähig ist."

Die Pferde sind auf dem 65 Hektar großen, eingezäunten Gelände auch als Landschaftspfleger tätig. Sie halten die Fläche von unerwünschtem Bewuchs frei. "Die inzwischen 124 nachgewiesenen Vogelarten wie Neuntöter und Wiedehopf beweisen, dass die Symbiose aus seltenen Lebensräumen und Pferden bestens funktioniert", erklärte Goebel.

Hanau ist nicht der einzige Standort für Przewalski-Pferde in Hessen. In Gießen leben neun Stuten, in Babenhausen fünf. In ganz Deutschland gibt es 183 Przewalski-Pferde in 24 Haltungen.

Die Wildpferde sind seit 1879 nach ihrem Entdecker benannt, einem russischen Oberst und Expeditionsreisenden. Przewalski-Pferde, etwa so groß wie Ponys (1,40 Meter), sind die einzige Unterart des Wildpferds, die in ihrer Urform bis heute überlebt hat.

dpa


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