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Ermittler finden nach Explosion weitere Wrack- und Leichenteile

Notfälle Ermittler finden nach Explosion weitere Wrack- und Leichenteile

Einen Tag nach einer verheerenden Sprengstoffexplosion im mittelhessischen Homberg/Ohm haben die Ermittler weitere Wrack- und Leichenteile entdeckt. Ein Familienvater hatte sich am Sonntagfrüh in die Luft gesprengt, fünf Menschen wurden dabei verletzt.

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Ein 49-Jähriger hatte sich in die Luft gesprengt.

Quelle: Boris Roessler

Homberg/Ohm. Vier Autos, ein Polizeiwagen und mehr als ein Dutzend Häuser seien außerdem beschädigt worden, teilte die Polizei am Montag zum vorläufigen Abschluss der Ermittlungen vor Ort mit. "Nun werden die Spuren ausgewertet", sagte Polizeisprecher Wolfgang Keller im Stadtteil Ober-Ofleiden. Zum Motiv für die Tat wollte die Polizei keine Angaben machen, um die Privatsphäre der Familie zu schützen.

Der 49-jährige, zuvor nicht polizeibekannte Familienvater hatte vor den Augen einer Streife seinen Sprengstoff beladenen Wagen in die Luft gejagt. Zuvor soll es einen Familienstreit gegeben haben. Zwei Beamte und drei Anwohner erlitten bei der Explosion leichte Verletzungen. Weiteren Sprengstoff, der nicht detoniert war, fanden die Polizisten nicht mehr. Insgesamt 70 Beamte waren am Montag an der Suche beteiligt.

Die Trümmer seien zwischen 400 und 600 Meter weit geflogen, sagte der Polizeisprecher. Am Ort der Explosion sei ein Krater entstanden. Ein Hubschrauber habe am Montag den Tatort für die weiteren Ermittlungen vermessen.

Wie genau der Mann an den Sprengstoff kommen konnte, ist weiter unklar. Nach ersten Erkenntnissen vom Sonntag war der 49-Jährige vermutlich Sprengmeister mit Zugang zu explosivem Material.

Die Schadenshöhe stehe noch nicht fest, sagte der Polizeisprecher. Sie liege aber wahrscheinlich im siebenstelligen Bereich. Gutachter seien dabei, die Beschädigungen zu dokumentieren. Ehefrau und Tochter des Mannes würden weiterhin psychologisch betreut.

Der Bürgermeister von Homberg/Ohm, Béla Dören, sagte, dass zwei Häuser derzeit nicht bewohnbar seien. Eine Nachbarin mit zwei Kindern solle in einer anderen Wohnung untergebracht werden. Die Familie des Opfers sei bei Verwandten untergekommen. Im Umkreis des Explosionsortes befinden sich auch Schulen. In der Grund- und Gesamtschule finde ab Dienstag wieder Unterricht statt, teilte der Landkreis mit. Wegen der Ermittlungen waren die Schulen am Montag geschlossen.

Das Grundstück einer ebenfalls in der Nähe liegenden Kindertagesstätte sei abgesucht worden, sie habe deshalb nicht geschlossen werden müssen, sagte Dören. Die Stadt müsse nun versuchen, wieder zum Alltag zu finden. "Wir haben trotz des Unglücks noch Glück gehabt."

dpa

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