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Eiseskälte hat Hessen im Griff: Skigebiete locken

Wetter Eiseskälte hat Hessen im Griff: Skigebiete locken

Die Nacht auf Freitag war zum Bibbern: In Hessen herrscht strammer Frost. Sonnenschein und blauer Himmel sorgten schon am Vormittag für Gedrängel auf dem höchsten Berg des Landes.

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Disteln sind auf einer Wiese mit Raureif bedeckt.

Quelle: Frank Rumpenhorst/Archiv

Willingen/Offenbach/Gersfeld. Hessen hat im noch jungen Jahr 2017 die bisher kälteste Nacht erlebt. Im osthessischen Tann in der Rhön wurde in der Nacht zum Freitag der landesweite Tiefstwert gemessen: 18,4 Grad unter dem Gefrierpunkt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Eisige Kälte herrschte unter anderem auch in Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis (minus 16,3 Grad) und in Neukirchen im Schwalm-Eder-Kreis mit minus 15,9 Grad. Hessen höchster Berg, die Wasserkuppe, kam auf minus 14,9 Grad. Am Frankfurter Flughafen waren es minus 8,4 und im Westend minus 7,3 Grad.

Der bundesweite Tiefstwert abseits der großen Gipfel wurde in der Nacht zum Freitag dagegen in Bayern ermittelt: minus 23,5 Grad in Schorndorf-Knöbling. Auf der Zugspitze wurden sogar minus 27,2 Grad registriert.

In Hessen wurden in der Nacht auf Samstag Temperaturen zwischen minus 8 bis minus 13 Grad erwartet. Tagsüber erreichen sie der Vorhersage des DWD zufolge minus 5 bis minus 2 Grad. Am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag muss mit leichten Schneefällen gerechnet werden, ebenso mit Glätte.

Wintersportlern und Liftbetreibern kommt der Frost gelegen. Willingen kündigte an, am Wochenende alle Pisten in dem nordhessischen Skigebiet zu öffnen. Nach einigen Beschneiungsnächten mit Kunstschnee werde am Wochenende eine frische, dicke Schneeschicht die Pisten bedecken. Willingen biete dann 16 Pistenkilometer auf insgesamt 19 Abfahrten an. Am Samstagabend werde Flutlicht angeschaltet. Am Freitag betrug die Schneehöhe in Hessens größtem Skigebiet 25 Zentimeter. Auch eine Loipe war gespurt.

Auf der Wasserkuppe boten sich den Wintersportlern am Freitag Top-Bedingungen bei Kaiserwetter. Wegen der laufenden Ferien und des Feiertags in Bayern herrschte auf Hessens höchstem Berg Hochbetrieb, wie Roland Frormann vom Rhön Info Zentrum sagte. Bereits am Vormittag waren alle Parkkapazitäten mit rund 700 Stellplätzen restlos erschöpft. "Wer heute hochfährt, braucht etwas Geduld. Es ist teilweise etwas chaotisch", sagte Frormann.

Wer auf die Pisten an der Wasserkuppe kam, wurde mit Sonnenschein bei minus 10 Grad verwöhnt. Im Skigebiet lagen 18 Zentimeter Schnee. Auch die Lifte am Zuckerberg, Simmelsberg und am Arnsberg in der bayerischen Rhön liefen. Etliche Loipen waren rund um die Wasserkuppe gespurt und gewalzt. "Es wird nun das erste richtige Top-Wochenende des Winters", sagte Frormann.

Im Odenwald sind bei mehreren Zentimetern Schnee zwei Loipen gespurt, in Mudau-Reisenbach (Baden-Württemberg) und in Hesseneck-Hesselbach (Hessen). Weitere sollen hinzukommen, wenn das Wetter mitspielt und es schneit. "Rodeln kann man schon fast überall", sagte eine Sprecherin der Odenwald Tourismus GmbH. "Die Lifte sind noch nicht in Betrieb."

Die Zahl der Glätteunfälle hielt sich in Grenzen: In Nordhessen etwa sei die Nacht und der Morgen zwar kalt, die Verkehrssituation aber ruhig geblieben, sagte ein Polizeisprecher in Kassel. Bei einem Unfall in Sachsenhausen (Kreis Waldeck Frankenberg) habe es einen Sachschaden, aber keine Verletzten gegeben. Tags zuvor hatte es in Nordhessen noch rund ein Dutzend mal gekracht. In Oberursel und in Wehrheim kam es vereinzelt zu Unfällen, wie die Polizei im Hochtaunus mitteilte. Es blieb aber bei Blechschäden.

Winterzeit ist auch Eisweinzeit: Einige hessische Winzer von der Bergstraße hatten das Glück, noch Eiswein lesen zu können. Das Mostgewicht von 182 Oechsle bei einem roten Riesling und 195 Oechsle bei einem weißen Riesling könne sich sehen lassen, sagte der Geschäftsführer der Bergsträßer Winzergenossenschaft, Otto Guthier. "Die Menge ist aber noch nicht so groß." Mit einer Anbaufläche von rund 450 Hektar ist die hessische Bergstraße das kleinste Weingebiet in Deutschland.

Im Rheingau konnten einige Winzer schon im November den ersten Eiswein einfahren. Andere wie etwa das Weingut Robert Weil in Kiedrich wollten mit der Lese bis Samstagmorgen warten. Für Eiswein sind mindestens minus sieben Grad nötig. Der süße Wein wird gerne zum Dessert getrunken.

dpa

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