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Ehemaliger Landrat aus Nordhessen wegen Untreue vor Gericht

Prozesse Ehemaliger Landrat aus Nordhessen wegen Untreue vor Gericht

Der ehemalige Landrat Helmut Eichenlaub (CDU) aus Nordhessen steht von Montag an wegen Untreue und Betrugs vor Gericht. Er soll als Landrat von Waldeck-Frankenberg aus Bankgeschäften mehr als 100 000 Euro kassiert haben.

Kassel. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Kassel hat Eichenlaub als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Waldeck-Frankenberg einer schweizerischen Privatbank Kunden für Geldanlagegeschäfte vermittelt, darunter auch den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft. Für die Vermittlung stand der Sparkasse eigentlich eine Art Honorar der Schweizer Bank zu, sogenannte Retrozessionszahlungen. Darauf jedoch soll der ehemalige Chef der Sparkasse aber nach Ansicht der Anklage "grundlos" zugunsten des Ex-Landrats verzichtet haben. Der Ex-Sparkassenchef ist deshalb wegen Untreue ebenfalls angeklagt. So sollen an Eichenlaub für drei Fälle insgesamt rund 106 000 Euro geflossen sein.

Auf der Anklagebank sitzt zudem der damalige Vorsitzende der Geschäftsleitung der Schweizer Bank. Er soll gemeinsam mit Eichenlaub zum Vorteil für beide und zum Nachteil für den kreiseigenen Betrieb Abfallwirtschaft "die Konditionen für die Geldanlage angepasst" haben. Die Ermittlungen liefen seit dem Frühjahr 2010.

Noch nicht absehbar ist, wann es zu einem Urteil kommt. Zunächst sind bis zum 8. Dezember vor dem Landgericht Kassel insgesamt 13 Termine angesetzt.

Eichenlaub hatte schon 2007 Schlagzeilen gemacht, weil er sich in seiner Amtszeit unbezahlt für 20 Monate beurlauben lassen wollte, um einen angeblich lukrativen Posten in Österreich anzutreten. Zurücktreten wollte er aber nicht. Nach Protesten blieb er bis zur folgenden Landratswahl 2009 im Amt, trat dann aber nicht wieder an.

dpa

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