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Ausstellungen

Drei Museen zeigen Kunst als Objekt der Erinnerung

Eine Ausstellung ohne Bilder, die nur in den Köpfen der Besucher existiert - ob das machbar ist, loten derzeit drei europäische Museen aus. In Deutschland ist die Ausstellung "Das imaginäre Museum" in Frankfurt zu sehen.

Frankfurt/Main. Kann Kunst auch in der Erinnerung existieren oder muss sie zwingend gezeigt werden? Dieser Frage geht das Museum für Moderne Kunst (MMK 2) in Frankfurt mit einer groß angelegten Ausstellung nach. Unter dem Titel "Das imaginäre Museum" zeigt es rund 80 Hauptwerke der zeitgenössischen Kunst und fordert die Besucher der Werkschau auf, sich die Arbeiten einzuprägen. Während der letzten beiden Ausstellungstage sollen die Kunstwerke entfernt werden - sie existieren für die Museumsbesucher dann nur noch in Gedanken.

Zu sehen sind bis dahin unter anderem bekannte Arbeiten von Marcel Duchamps, Isa Genzken, Claes Oldenburg, Sigmar Polke oder Andy Warhol, wie das MMK am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. "Die Ausstellung stellt unter anderem die Frage, welche Bedeutung haben Sammlungen und Museen für unsere kulturelle Identität", sagte MMK-Direktorin Susanne Gaensheimer.

Inspiriert wurden die Kuratoren nach eigenen Angaben von dem 1953 erschienenen Science-Fiction-Roman "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury. In ihm versuchen Menschen, verbotene Bücher zu bewahren, in dem sie die Texte auswendig lernen. "Wir haben diesen Ansatz auf die Kunst übertragen", sagte Kurator Peter Gorschlüter.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Centre Pompidou in Metz und der Tate Liverpool. In England war sie bereits zu sehen. Die ausgestellten Arbeiten stammen aus den Sammlungen der drei Häuser. Das Abschlusswochenende ohne die Kunstwerke ist für den 10. und 11. September geplant.

Der Titel der Werkschau verweist nach Darstellung des MMK auf das "Musée imaginaire" des französischen Schriftstellers und ehemaligen Bildungsministers André Malraux (1901-1976). Dieser vertrat die These, dass sich jeder durch fotografische Reproduktion von Werken sein persönliches Museum zusammenstellen könne.

dpa


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