Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Sprühregen

Navigation:
Busfahrer-Streik legt hessische Städte lahm

Verkehr Busfahrer-Streik legt hessische Städte lahm

Am ersten Schultag nach den Ferien fahren in vielen hessischen Städten keine Busse. Die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik aufgerufen. Die Fahrer verlangen mehr Geld und mehr Urlaub.

Voriger Artikel
Stellenweise Glätte in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland
Nächster Artikel
Anklage gegen Ex-Fremdenlegionär wegen Automatensprengung

«Wir sind es wert» steht auf der Weste eines streikenden Busfahrers.

Quelle: Boris Roessler

Frankfurt/Darmstadt. Vielerorts in Hessen haben Busfahrer am frühen Montagmorgen ihre Arbeit niedergelegt. Der Ausstand habe gegen vier Uhr begonnen, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Jochen Koppel. In Frankfurt, Darmstadt, Marburg und Fulda etwa kam es zu zahlreichen Ausfällen im Linienverkehr.

Verdi hatte die Mitarbeiter von 20 privaten Busunternehmen zum unbefristeten Streik aufgerufen. "Weit mehr als 70 Prozent" der Busfahrer würden sich an dem Ausstand beteiligen, sagte Koppel. Am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien dürften damit viele Schulkinder und Pendler vergebens auf den Bus warten.

In Darmstadt beispielsweise blieben am Montagmorgen alle etwa 80 Busse im Depot, wie das Nahverkehrsunternehmen HEAG mobilo mitteilte. Streikende Busfahrer blockierten die Betriebshöfe. Betroffen seien alle Stadtbuslinien in Darmstadt sowie einzelne Buslinien in den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Bergstraße. "Die Straßenbahnen verkehren regulär", hieß es in der Mitteilung.

In Frankfurt kam der Busbetrieb nach Angaben der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq auf fast allen der 63 Buslinien zum Erliegen. Allerdings könnten Fahrgäste im "dicht gestrickten" Frankfurter Nahverkehrsnetz auf S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen sowie Regionalzüge ausweichen.

In Fulda legte am Morgen knapp jeder zweite Busfahrer die Arbeit nieder. "57 Prozent der Busse fahren", sagte Mathias Schmidt von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der RhönEnergie Fulda. Allerdings seien die Auswirkungen in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich. Im Stadtgebiet Fulda gehe fast gar nichts, im ländlichen Raum würden einige Linien unregelmäßig verkehren. "Die Lage ist unüberschaubar", sagte Schmidt.

Die örtlichen Verkehrsgesellschaften rieten Fahrgästen, sich vor der Abfahrt im Internet und bei Service-Hotlines zu informieren, welche Linien fahren und welche nicht.

Beim Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer stieß der Streik indes auf Kritik. Die Gewerkschaft Verdi trage den Tarifkonflikt "auf dem Rücken der Schüler und der übrigen Fahrgäste" aus, sagte Geschäftsführer Volker Tuchan am Montag. Die Forderungen seien "überzogen".

Verdi verhandelt mit dem privaten Busverkehrsverband über einen neuen Entgelttarifvertrag und den Manteltarifvertrag. Die Gewerkschaft fordert eine stufenweise Anhebung des Stundenlohns von 12,00 auf 13,50 Euro, Verbesserungen bei der Pausenregelung und einen zusätzlichen Urlaubstag.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr