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Bewährungsstrafen für Abfalldiebe bei VW

Kriminalität Bewährungsstrafen für Abfalldiebe bei VW

Ein extrem langer Prozess wegen Diebstählen bei Volkswagen ist zu Ende. Zehn Jahre hat es von den Taten bis zur Verurteilung gedauert. Am Ende gab es milde Strafen und Kritik an VW.

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Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz.

Quelle: Uli Deck/Archiv

Kassel. Zu Bewährungsstrafen sind zwei Angeklagte im Prozess wegen Diebstählen wertvoller Abfälle bei Volkswagen verurteilt worden. Das Landgericht Kassel verhängte am Mittwoch für einen 62-Jährigen zwei Jahre auf Bewährung, ein 55-Jähriger bekam ein Jahr. Das Verfahren gegen einen dritten Angeklagten (30) wurde eingestellt. Das Urteil fiel mild aus, weil alle drei Männer am letzten Verhandlungstag die Taten einräumten, finanzielle Wiedergutmachung bei VW leisten und das Verfahren sich über Jahre hingezogen hatte.

Im Jahr 2007 hatten der 62-Jährige und der 55-Jährige als VW-Mitarbeiter Katalysatorreste aus einer Recycling-Anlage in Kassel entwendet. Der 30-jährige Sohn des 62-Jährigen hatte Geld aus dem Verkauf des Diebesguts angenommen und war wegen Geldwäsche angeklagt. Die Menge und der Wert der Beute waren vor Gericht schwer zu klären. Am Ende räumte der ältere Angeklagte 50 Taten ein, der 55-Jährige 18. Damit blieben von den 1,3 Millionen Euro Schaden der ursprünglichen Anklage nur rund 280 000 Euro übrig.

Die drei Verurteilten zahlen als Wiedergutmachung an Volkswagen nun zusammen bis zu 240 000 Euro. Damit hatte sich das Verfahren gegen den 30-jährigen Sohn erledigt. Einig waren sich Verteidigung und Anklage, dass Volkswagen die Diebstähle mit fehlenden Kontrollen sehr leicht gemacht hat. Von einem "sorglosen Verhalten von VW" sprach die Staatsanwältin.

Die Vergleiche mit dem VW-Konzern hatten den Prozess zum Schluss verzögert. Der Hauptgrund war aber, dass die Justiz den Fall jahrelang mangels Zeit nicht bearbeiten konnte. Die Anklage war schon 2011 erhoben worden. Einmal war das Verfahren zudem geplatzt.

dpa

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