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Bauern dämpfen Erwartungen an die Ernte - mal zu nass, mal zu trocken

Agrar Bauern dämpfen Erwartungen an die Ernte - mal zu nass, mal zu trocken

Nicht so schlecht wie vor zwei Jahren, aber auch nicht so gut wie 2013: Der starke Regen der vergangenen Tage hat die Erwartungen der hessischen Bauern an die Ernte gedämpft.

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Bauernverband: Vorjahresergebnis wird wohl nicht erreicht.

Quelle: A. Dedert/Archiv

Babenhausen. "Rapsschoten sind aufgeplatzt und Getreidehalme umgeknickt", sagte der Präsident des hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, am Montag im südhessischen Babenhausen beim Jahresausblick.

Wie sich das Wetter in der endgültigen Erntebilanz auswirkt, ist aber noch nicht klar. "Die Prognose ist mit vielen Unwägbarkeiten behaftet", sagte Schneider. "Das Wetter kann uns noch einen Strich durch die Rechnung machen."

Beim Weizen - der wichtigsten Getreideart in Hessen - werde das Vorjahresergebnis wohl nicht erreicht, sagte Schneider. Wegen der Trockenheit im Juni war er zu früh gereift, deshalb sind die Körner vielerorts kleiner. Unter dem Strich rechnen die Landwirte mit einer durchschnittlichen Ernte von rund zwei Millionen Tonnen Getreide.

Vor zwei Jahren hatte es hier einen Einbruch gegeben. Aufgrund des kalten Winters mit überraschenden Frösten war die Getreideernte 2012 in Hessen auf 1,7 Millionen Tonnen zurückgegangen. Im vergangenen Jahr lag sie bei 2,2 Millionen Tonnen.

Details zu den Einkommenserwartungen der Bauern nannte Schneider nicht. "Das wäre reine Spekulation, das kann erst nach der Ernte gemacht werden", sagte er. "Wir hoffen aber, dass wir Preise hinbekommen, die es uns ermöglichen, Gewinne einzufahren."

Für die Preise spiele auch die weltweite Nachfrage eine Rolle, meinte Schneider. Die USA würden davon ausgehen, dass sich Angebot und Nachfrage global die Waage halten. "Da es Null zu Null aufgeht, dürfte es zu vernünftigen Preisen kommen."

Sorgen bereitet dem Bauernverband die Einführung des Mindestlohnes für die Saisonarbeitskräfte. Die Anhebung um 30 Prozent auf 8,50 Euro pro Stunde könnte gerade für kleinere Betriebe das Aus bedeuten - und damit auch die Arbeitsplätze fest angestellter Mitarbeiter vernichten. "Das eine oder andere werden wir durch unsere Produktivität auffangen können", sagte Schneider. "Wir leiden aber unter dem Mindestlohn."

Der Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Starkenburg (Südhessen), Willi Billau, nannte Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn eine Mogelpackung. "Der Strukturwandel wird beschleunigt." Die Anhebung für Niedrigverdiener soll zum 1. Januar 2015 kommen.

Billau kritisierte neben dem Mindestlohn noch mickrige Preise für die Bauern, etwa bei Kartoffeln. Die Gewinnspanne werde belastet. Diese Entwicklung vermiese dem Nachwuchs die Lust, den Betrieb der Eltern zu übernehmen.

dpa

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