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Bankkassiererin 10 000 Euro entrissen: Bewährungsstrafe für Räuberin

Prozesse Bankkassiererin 10 000 Euro entrissen: Bewährungsstrafe für Räuberin

Weil sie einer Bankangestellten 10 000 Euro aus der Hand gerissen hat und damit geflüchtet ist, ist eine 43-Jährige zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Frankfurt/Main. Das Landgericht Frankfurt setzte darüber hinaus am Dienstag eine Geldauflage von 2400 Euro fest. Das Urteil erging wegen schweren räuberischen Diebstahls. Die Angeklagte hatte ein Geständnis abgelegt.

Obwohl sie infolge ihrer Privatinsolvenz über ihr Sparkonto nicht verfügen konnte, wollte die Frau im September vergangenen Jahres 5000 Euro abheben. Als die Bankangestellte das gewünschte Geld und auch Geld für die Kasse aus dem Tresor im Keller geholt hatte und deren Kollege den Sperrvermerk bemerkt hatte, griff sich die 43-Jährige das Geldbündel mit den Banknoten und rannte zu ihrem Auto. Die sie verfolgenden Bankangestellten schüttelte sie mit dem Hinweis auf ein Messer ab. Am selben Abend wurde das Geld bei ihr sicher gestellt.

Das Gericht ging in seinem Urteil von einem minderschweren Fall aus. Nur dadurch wurde die Bewährungsstrafe möglich. Die Angeklagte hatte die Tat zuvor gestanden. Sie sei nach ihrer Scheidung und hohen Zahlungsverpflichtungen damals in einer sehr schwierigen Situation gewesen und habe das Geld dringend benötigt, weil sie von einem früheren Lebensgefährten unter Druck gesetzt worden sei.

Auch die Bankangestellten bestätigten im Zeugenstand die "nackte Verzweiflung", die aus dem Gesicht der Frau gesprochen habe. "Ein richtiger Banküberfall ist was anderes", sagte ein Angestellter. Gleichwohl hatte die Staatsanwaltschaft auf eine dreijährige Haftstrafe plädiert. Der Verteidiger wollte dagegen eine Bewährungsstrafe von nur einem Jahr.

dpa

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