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Automaten sind die größte Versuchung für Spielsüchtige

Sucht Automaten sind die größte Versuchung für Spielsüchtige

Noch nie haben so viele Spielsüchtige Hilfe in hessischen Beratungsstellen gesucht wie im vergangenen Jahr. Die Berater zählten 1837 Hilfesuchende, von den gut 300 Angehörige von Spielsüchtigen waren.

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Spielsucht: immer mehr Hessen suchen deswegen Hilfe.

Quelle: Peter Endig/Symbol

Wiesbaden/Frankfurt. Das teilte die Hessische Landesstelle für Suchtgefahren (HLS) in Frankfurt am Donnerstag in ihrem Jahresbericht 2013 mit. Die seit 2008 angebotene und mit jährlich 800 000 Euro geförderte Beratung solle fortgesetzt werden, kündigte Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) an.

Das Problem Spielsucht habe in den vergangenen Jahren sein Tabu verloren, sagte HLS-Geschäftsführer Wolfgang Schmidt-Rosengarten der dpa. Insofern seien steigende Beratungszahlen positiv. "Leute, die eine Glücksspielproblematik haben, trauen sich eher, Hilfe zu suchen." Andererseits hätten sich Glücksspiele in jüngster Zeit explosionsartig vermehrt. Schmidt-Rosengarten nannte Sportwetten, den Boom des Pokerspielens, neue Spiele öffentlicher Lottogesellschaften: "Je größer die Angebote, desto größer die Problemlagen."

Die größte Versuchung stellen nach seinen Angaben Spielautomaten dar, an denen 85 Prozent der Männer und 92 Prozent der Frauen daddeln. Der Markt der Spielhallen müsse schärfer reguliert werden, forderte der Experte. Das 2012 von CDU und FDP geänderte Spielhallengesetz greife wegen langer Übergangsfristen nicht. Dort ist zum Beispiel geregelt, dass zwischen zwei Lokalen 300 Meter Abstand sein müssen. "Am Frankfurter Bahnhof ist eine Spielhalle neben der anderen." Die freiwillige Eintragung von Spielern in eine hessische Sperrdatei funktioniere nur auf dem Papier, sagte Schmidt-Rosengarten.

Dem Bericht nach sind die weitaus meisten Spielsüchtigen männlich. Die Hälfte ist zwischen 18 und 35 Jahren alt. Auch hat fast jeder zweite Betroffene einen Migrationshintergrund. Sieben von zehn Spielsüchtigen in Hessen seien hoch verschuldet.

dpa

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