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Arbeiten im S-Bahntunnel gehen zu Ende

Verkehr Arbeiten im S-Bahntunnel gehen zu Ende

Drangvolle Enge in Straßen- und U-Bahnen. Noch ein paar Tage muss Frankfurt im Zentrum ohne S-Bahnen auskommen. Wiederholung nächstes Jahr.

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Arbeiter arbeiten am späten Abend im S-Bahn-Tunnel.

Quelle: Christoph Schmidt

Frankfurt/Main. Den Pendlern aus dem Umland ins Frankfurter Zentrum wird seit Ferienbeginn einiges abverlangt. Rund 100 000 Menschen, die täglich unter der City mit der S-Bahn unterwegs sind, müssen oberirdisch ihr Ziel erreichen. Statt auf direktem Weg zum Arbeitsplatz zu fahren, steigen sie um, oft mehrmals. Aber die Rückkehr zur Normalität ist in Sicht. Am kommenden Mittwoch (26. August) sollen alle S-Bahnen wieder in die City fahren.

Seit dem 25. Juli wird im 6,4 Kilometer langen Tunnel unter der Frankfurter Innenstadt rund um die Uhr gearbeitet. Acht S-Bahnlinien sind unterbrochen. Wer in die City will, muss in U- und Straßenbahnen und Busse umsteigen. "Die Leute nehmen längere Wege in Kauf, aber ans Ziel kommen sie alle", sagt Sven Hirschler vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

Auf manchen Strecken ist der Weg erheblich umständlicher geworden: Wer beispielsweise mit der S 5 aus Friedrichsdorf im Norden die Stationen Hauptwache oder Konstablerwache anfahren will, muss bis zu dreimal umsteigen. Straßen- und U-Bahnen oder Busse, die während der Bauzeit verstärkt wurden, sind morgens und abends oft überfüllt.

Wilfried Staub vom Fahrgastverband pro Bahn, zieht dennoch eine im Ganzen positive Bilanz. "Es ist relativ gut gelaufen." Allerdings hätte die Information der Fahrgäste noch besser sein können. Vor allem für Ortsunkundige sei es schwierig, sich zurechtzufinden. "Der eine oder andere ist gestrandet."

Eine Woche vor der Wiederöffnung des Frankfurter S-Bahntunnels sind die Bauarbeiten auf der Zielgeraden. Inzwischen seien 126 Kilometer neue Kabel verlegt, 210 Signale und andere technische Instrumente installiert, sagt Bauleiter Matthias Körner in Frankfurt. Bis auf kleinere Maschinenausfälle sei alles reibungslos gelaufen.

Der RMV ist zufrieden. Das Informationsangebot werde nach wie vor rege genutzt. Die Internetseite zur Baustelle (

www.sbahnbaustelle.de) habe bis eine Woche vor Ende der Sperrung rund 250 000 Zugriffe verzeichnet. Die Mitarbeiter, die an den Stationen bereitstehen, würden täglich 2000 Mal angesprochen und um Rat gefragt. Jeder zehnte Anrufer der Hotline beschwere sich über die Lage. Gut angenommen werde das Angebot, zu günstigen Konditionen auf Mietfahrräder umzusteigen.

Von der großen Hitze im Juli war die Baustelle indirekt betroffen: Weil sich oberirdischen Gleise in der Nähe des Hauptbahnhofs verzogen hatten, war der Materialtransport in den Tunnel eingeschränkt, es musste umdisponiert werden. Aber auf solche Situationen sei man eingestellt gewesen, "eine Baustelle lebt immer", sagt Projektleiter Körner.

Die neuen Kabel und Signale werden in diesem ersten Schritt nur bereitgelegt, denn das neue Stellwerk, für das die Arbeiten nötig sind, soll erst 2018 in Betrieb gehen. Wenn der Betrieb in der nächsten Woche wieder normal läuft, fahren die S-Bahnen mit der alten Technik durch den Tunnel. Im nächsten Jahr wird weitergearbeitet, dafür muss der Tunnel nicht nur erneut in den Sommerferien gesperrt werden, sondern auch während der Osterferien. Für die Bauarbeiten und das neue Stellwerk gibt die Bahn nach eigenen Angaben rund 95 Millionen Euro aus.

dpa

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