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Angeklagte: Opfer war von Sinnen

Prozesse Angeklagte: Opfer war von Sinnen

Im Prozess um einen tödlichen Exorzismus in einem Frankfurter Hotelzimmer hat eine Mitangeklagte am Donnerstag jede Tötungsabsicht ausgeschlossen. Die 44 Jahre alte Südkoreanerin ließ über ihren Verteidiger vor dem Landgericht Frankfurt erklären, die später getötete 41-Jährige sei gefährlich gewesen.

Frankfurt/Main. Die Frau habe immer wieder gerufen "Ich bin der Teufel, ich bringe Euch alle um", sich dabei aber auch selbst gebissen. Sie habe den Kopf der 41-jährigen nur deshalb festgehalten, um Schäden von ihr und den anderen Angehörigen abzuhalten. Man sei von einem "spirituellen Problem" bei dem späteren Opfer ausgegangen. "Keiner wusste jedoch, wie eine Teufelsaustreibung tatsächlich funktioniert".

Auch nachdem in jener Nacht im vergangenen Dezember bis morgens um fünf Uhr gebetet und gesungen worden sei, habe sich der Zustand der ebenfalls aus Südkorea stammenden 41-Jährigen nicht geändert: "Sie schrie, krächzte und biss um sich. Wir alle hatten große Panik". Als später ein von der Hotelleitung alarmierter Arzt den Tod der Frau feststellte, seien alle schockiert gewesen, weil sie zu keinem Zeitpunkt mit dem Tod der Angehörigen gerechnet hätten. Gemeinsam mit vier weiteren Angeklagten hat sich die Frau seit Oktober wegen gemeinschaftlichen Mordes vor dem Landgericht Frankfurt zu verantworten. Der Prozess wird am 9. Januar fortgesetzt.

dpa

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