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59-Jährige gesteht vor Gericht Tötung von Partner wegen TV-Programm

Prozesse 59-Jährige gesteht vor Gericht Tötung von Partner wegen TV-Programm

Eine 59 Jahre alte Frau hat vor Gericht zugegeben, im Streit über das Fernsehprogramm ihren Partner erstochen zu haben. "Als er seine Faust erhoben hat, habe ich Panik und einen Blackout bekommen", berichtete die Frau am Mittwoch zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Kassel.

Kassel. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Totschlag vor.

Am 8. Juli 2014 sei ihr Lebensgefährte zu Besuch in der Wohnung der Angeklagten im Kasseler Stadtteil Harleshausen gewesen. Über das TV-Programm sei es mit ihrem zu der Zeit "sehr nervös und aggressiv wirkenden Partner" zum Streit gekommen, sagte die Angeklagte. Sie berichtete, zuvor bereits mehrfach von ihrem Partner geschlagen und getreten worden zu sein.

In der Küche habe er sie in eine Ecke gezerrt, so dass sie nicht mehr habe herauskommen können. Als nächstes könne sie sich nur erinnern, ein Küchenmesser mit 19 Zentimeter langer Klinge wieder aus der Brust des 48-Jährigen - knapp oberhalb des Herzens - gezogen zu haben. Auf Drängen ihres Partners habe sie zunächst keinen Notarzt gerufen. "Erst als er am Küchentisch zusammengesackt ist und nicht mehr reagierte, rief ich die 112 an." Die Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Die Angeklagte sagte, sie sei insgesamt viereinhalb Jahre mit dem Opfer zusammen gewesen. Ihr Partner habe große Alkoholprobleme gehabt. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mann bei seinem Tod 3,04 Promille Alkohol im Blut. "Ich habe am Anfang überhaupt nicht bemerkt, dass er trinkt", sagte 59-Jährige, die seit der Tat in Untersuchungshaft sitzt. Es sei Schritt für Schritt schlimmer geworden, Streitigkeiten lauter und aggressiver. "Das letzte Jahr war sehr, sehr schlimm", sagte die Kasslerin.

Insgesamt sind in dem Prozess noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für den 19. Februar erwartet.

dpa

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