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"Frauen - Männer - Macht": Hessen beim "Tag der Archive" dabei

Geschichte "Frauen - Männer - Macht": Hessen beim "Tag der Archive" dabei

Der Koalitionsvertrag der neuen schwarz-grünen Landesregierung in Hessen wandert eines Tages in ein Archiv. In diesem Fall in das Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden.

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Alte Akten.

Quelle: Jens Büttner/Archiv

Wiesbaden. Dort und anderswo werden Urkunden, Akten, Amtsbücher, Karten und Pläne sowie Fotos und Plakate aufbewahrt - das macht die Einrichtungen zum Gedächtnis der Gesellschaft. Archive warten an diesem Wochenende (8./9.März) auf Besucher.

Zum bundesweiten "Tag der Archive" haben sich beim Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA/Fulda) aus Hessen schätzungsweise 50 Teilnehmer aus mehr als zehn Städten angemeldet, mit Vorträgen, Führungen und Ausstellungen. Angesichts des Internationalen Frauentages am 8. März lautet das Thema "Frauen - Männer - Macht".

In Hessen gibt es nach Angaben des VdA mehrere Hundert Archive, von Gemeinden, Städten und Landkreisen, von Kirchen, Universitäten und Verbänden, Medienarchive und Familienarchive. Allein die drei Staatsarchive in Marburg, Wiesbaden und Darmstadt haben laut Wissenschaftsministerium zusammen rund 153 Kilometer Regale mit grauen Kartons. Die Digitalisierung spielt aber auch eine Rolle.

"Der "Tag der Archive" hat sich bewährt", sagt VdA-Geschäftsführer Thilo Bauer. "Das ist ein Selbstläufer geworden." Der erste war 2001, inzwischen gibt es die Veranstaltung alle zwei Jahre. Der VdA ist nach eigenen Angaben mit rund 2400 Mitgliedern der größte Archiv-Verband in Europa. "Archive machen Verwaltungshandeln transparent", sagt Bauer. "Sie sind das Gedächtnis der Gesellschaft."

In den drei hessischen Staatsarchiven wurden laut Ministerium 2013 rund 2450 Besucher gezählt. Dazu wurde noch etwa 5000 Anfragen gestellt, meist per E-Mail. Besonders oft wurden die Homepages angeklickt.

Das Hessische Archiv-Dokumentations- und Informations-System HADIS biete im Internet rund 5,7 Millionen "Erschließungseinheiten", Informationen über Quellen, auch Urkunden selbst. "HADIS ist der wesentlichste und der wichtigste Zugang zu den Archiven", meint der Archivar Karl Murk vom Staatsarchiv Marburg, das gemessen am Umfang der Dokumente das größte in Hessen ist.

In Marburg gibt es auch ein besonderes Archiv-Stück - eine Urkunde von Pippin aus dem Jahre 760. Pippin war der Vater von Kaiser Karl dem Großen, der vor 1200 Jahren starb. Die Unterlage ist nach Angaben von Murk die älteste Urkunde nicht nur in Hessen, sondern auch in Deutschland. Sie regele Besitzverhältnisse.

In Archiven gibt es nicht selten massenhaft viele Quellen auch zu begrenzten Zeiträumen, etwa zur nationalsozialistischen Verfolgung. Der Internationale Suchdienst ITS in Bad Arolsen verfügt über etwa 30 Millionen Dokumente zur Inhaftierung in Konzentrationslagern und Gettos, zur Zwangsarbeit und zu sogenannten Displaced Persons. 2013 gingen wieder rund 13 000 Anfragen ein. "Etwa drei Prozent kommen von den Überlebenden", sagt Sprecherin Verena Neusüs.

dpa

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