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Neuer Leiter im Sepulkralmuseum: Mit anderen Häusern kooperieren

Werner Tschacher leitet seit Jahresbeginn das einzigartige Museum für Sepulkralkultur in Kassel. "Der Tod ist ein Geheimnis, das keiner lüften kann, das aber alle interessiert", sagt er über sein Haus. Ideen für die Zukunft des Museums hat Tschacher bereits.
Werner Tschacher, neuer Leiter des Museums für Sepulkralkultur.

Werner Tschacher, neuer Leiter des Museums für Sepulkralkultur.

© Uwe Zucchi/Archiv

Kassel. Das Sepulkralmuseum in Kassel soll nach den Plänen seines neuen Leiters, Werner Tschacher, die Zusammenarbeit mit anderen Museen ausbauen. "Ich möchte über Austausch und Kooperationen herausfinden, wie man zusammenarbeiten kann", sagte er. Die Besonderheit des Museums solle jedoch bewahrt werden. Gerade der Kontakt zur benachbarten Grimmwelt, dem Museum für die Brüder Grimm in Kassel, könne "spannende Synergieeffekte" erzeugen. "Wir wollen ausloten, was man zusammen machen kann."

Tod, Sterben und Bestatten sind die zentralen Themen des in Deutschland einzigartigen Museums für Sepulkralkultur. "Der Tod ist ein Geheimnis, das keiner lüften kann, das aber alle interessiert", sagte Tschacher. Er übernahm den Posten zum Jahresbeginn von Reiner Sörries, der in den Ruhestand gegangen ist.

Als Direktor des Museums steht Tschacher auch der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal vor. "Es gibt einen Umbruch in der Sterbe- und Bestattungskultur", sagte er. Durch den demografischen Wandel werde das Thema bedeutender, durch Migration entständen neue Formen der Bestattung. Zudem würden zunehmend individuelle Bestattungen genutzt, etwa von Fußballfans mit bunt geschmückten Gräbern in den Farben des Lieblingsvereins oder in Urnenwäldern.

Allein im ersten Bestattungswald in Deutschland im Reinhardswald (Weserbergland) seien seit November 2001 insgesamt 5190 Menschen bestattet worden, teilte das Unternehmen Friedwald mit.

Tschacher ist Kulturhistoriker und war zuvor als Kurator im Aachener Stadtmuseum tätig. Er hat sich unter anderem mit Jenseitsforschung im Mittelalter und Königsgräbern beschäftigt. Zu seinen Planungen für neue Ausstellungen wollte der 52-Jährige noch nichts sagen. "Ich muss mich erst einarbeiten. Es ist ein komplexes Thema, aber die ersten Tage haben schon gezeigt, dass es viele Facetten gibt, wie man sich dem Thema nähern kann."

dpa


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