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Prozesse

Landgericht begutachtet Tatort von Herborner Polizistenmord

An Heiligabend 2015 wird ein Polizist am Gleis erstochen. Der Angeklagte will wegen der Lichtverhältnisse den 46-Jährigen nicht als Beamten erkannt haben. Bei einem Termin vor Ort macht sich nun das Gericht ein Bild von der Lage.
Begleitet von Polizeibeamten sitzt Patrick S. im Zug.

Begleitet von Polizeibeamten sitzt Patrick S. im Zug.

© Boris Roessler

Herborn/Limburg. Ungewöhnliche Gerichtsverhandlung: Der Prozess um den Polizistenmord von Herborn ist am Bahnhof der mittelhessischen Stadt, dem Tatort der Attacke, fortgesetzt worden. Das Landgericht Limburg verhandelte den Fall am Montagabend bei einem Ortstermin am Gleis, um wichtige Details zu Sicht- und Lichtverhältnissen am Tattag klären zu können. Dafür wurde ein Zug am Bahnsteig bereitgestellt - allerdings nach einer Panne erst mit Verspätung.

Ein heute 28-jähriger Fahrgast, der als Schwarzfahrer aufgefallen war, soll an Heiligabend 2015 einen 46-jährigen Polizisten erstochen und dessen Kollegen (47) schwer verletzt haben. Das Gericht wählte den Ortstermin am Montagabend, um ähnliches Licht wie zur Tatzeit gegen 7.00 Uhr zu haben. Die Prozessbeteiligten stiegen in den Zug und überprüften, ob sie sich in den Fenstern spiegeln oder klare Sicht haben. Der Angeklagte hatte ausgesagt, wegen der Sichtverhältnisse die nahenden Beamten aus dem Zug heraus nicht erkannt zu haben. Der Mann ist wegen Mordes angeklagt.

Die Details bei der Besichtigung mussten stimmen, wie ein Gerichtssprecher auch mit Blick auf die Panne sagte: Weil der Zug mit der falschen Spitze in den Bahnhof hereingefahren war, musste er zurück nach Gießen, wenden und erneut nach Herborn fahren. Nach einer Viertelstunde war der Ortstermin des Gerichts dann vorbei.

dpa


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