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Prozesse

Katalysatorenresten-Klau: Angeklagte schweigen vor Gericht

Mit wertvollen Katalysatorresten wollte sich ein ehemaliger Mitarbeiter von Volkswagen einen Nebenverdienst sichern. Jetzt steht er in Kassel vor Gericht, hüllt sich bislang aber in Schweigen.
Blick auf die Haupteinfahrt zum VW-Werk Kassel in Baunatal.

Blick auf die Haupteinfahrt zum VW-Werk Kassel in Baunatal.

© Uwe Zucchi/Archiv

Kassel. Er soll massenhaft Reste von Katalysatoren gestohlen haben und steht deshalb nun vor Gericht. Zum Auftakt des Prozesses vor dem Landgericht Kassel am Donnerstag schwieg der angeklagte frühere Volkswagen-Mitarbeiter. Auch sein wegen Geldwäsche angeklagter Sohn sagte zunächst nicht aus. Nach nur knapp 45 Minuten vertagte Richter Volker Mütze daher die Verhandlung. 

Der Ex-VW-Beschäftigte, der sich wegen schweren Diebstahls verantworten muss, soll mit einem anderen früheren Mitarbeiter des Autokonzerns in der Zeit von Mai 2007 bis August 2008 mehr als 17 Tonnen aus dem Recycling-Bereich von VW in Baunatal entwendet haben. Das Verfahren gegen den anderen Mitarbeiter wurde wegen Krankheit des Verteidigers abgetrennt. Gegen den 54 Jahre alten Kasseler wird nun zu einem späteren Zeitpunkt gesondert verhandelt. 

Die Staatsanwaltschaft spricht in dem am Donnerstag begonnenen Prozess von 170 Fällen, in denen von einem VW-Gelände in Baunatal edelmetallhaltige Reste von Katalysatoren gestohlen worden sein sollen. Die Beute, sogenannten Monolithenbruch, soll der Mann weiterverkauft haben. Laut Anklage hatte der Bruch insgesamt einen Verkehrswert von mehr als einer Million Euro. Täglich habe der Angeklagte einen Behälter befüllt und außerhalb der Betriebszeiten heimlich abtransportiert, hieß es in der Anklageschrift.

Die Reste des Innenlebens von Katalysatoren sind mit wertvollen Edelmetallen wie Platin, Palladium oder Rhodium beschichtet. Mit dem Weiterverkauf der Beute sollen knapp 600 000 Euro erzielt worden sein. Zwischen 25 und 35 Euro soll der Angeklagte pro Behälter in bar entgegengenommen haben. Dafür drohen dem 60-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft. 

Sein 39 Jahre alter Sohn soll indes für einen Grundstückskauf 200 000 Euro aus dem Gewinn des Diebstahls angenommen haben. Er soll von den Taten gewusst haben, nun wird ihm Geldwäsche vorgeworfen. Ihm drohen laut Staatsanwaltschaft zwischen drei Monaten und fünf Jahre Haft. Ein Urteil wird Ende Oktober erwartet. Der nächste Verhandlungstermin ist am 22. September. Dann sind die ersten Zeugen geladen.

dpa


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