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Notfälle

Fliegerbombe im Fluss: 900 Menschen müssen weichen

Die kürzlich entdeckte Weltkriegsbombe am Frankfurter Museumsufer wird am Sonntag entschärft. Zwei Museen und ein großes Hotel sind deshalb geschlossen. "Es wird einen Knall geben", warnt die Polizei.
Eine Bombe nach der Entschärfung nahe des Flughafens von Frankfurt am Main.

Eine Bombe nach der Entschärfung nahe des Flughafens von Frankfurt am Main.

© Arne Dedert/Archiv

Frankfurt/Darmstadt. Eine im Main entdeckte 50-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird am Sonntag am Frankfurter Museumsufer entschärft. Dafür müssen bis 9.30 Uhr die Wohnungen von insgesamt rund 900 Menschen geräumt werden. In der Sicherheitszone mit einem Radius von etwa 300 Metern liegen auch das Kunstmuseum Städel und das Liebieghaus mit seiner Skulpturensammlung. Beide Häuser bleiben am Sonntag geschlossen. "Wir müssen aber keine Bilder abhängen", sagte Städel-Sprecherin Alexandra Hahn am Freitag.

Das benachbarte Museum für Kommunikation ist dagegen nicht von den Sicherheitsmaßnahmen betroffen und hat wie gewohnt von 11.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. "Wir liegen direkt am Rand zu der Zone", sagte Museumssprecherin Julia Bastian. Die Polizei hatte am Donnerstag noch mitgeteilt, das Ausstellungshaus müsse auch schließen.

Das InterContinental-Hotel auf der nördlichen Main-Seite dagegen muss jedoch während der Arbeiten des Kampfmittelräumdienstes ebenfalls leer bleiben. Gäste, die am Sonntag anreisen, könnten daher erst nach 16.00 Uhr einchecken, berichtete das Management auf Anfrage. Etwa 150 Gäste blieben bis Sonntag, sie würden auf andere Hotels umgebucht.

Die Straße am Mainufer wird gesperrt. Mit Beeinträchtigungen des öffentlichen Nahverkehrs am südlichen Mainufer ist zu rechnen. Die rund Anwohner und Hotelgäste können bis zum Ende der Entschärfung entweder im Gewerkschaftshaus nahe dem Nordufer oder in einer Turnhalle im Stadtteil Sachsenhausen unterkommen, wie die Polizei mitteilte. "Wir haben auf jeden Fall genug Kapazitäten, weil nicht alle in Frankfurt sein werden und viele während der Entschärfung zu Freunden oder Verwandten gehen", sagte Polizeisprecher Andrew McCormack. Das nahe Deutsche Filmmuseum bot Anwohnern einen kostenlosen Besuch in seinen derzeit laufenden Ausstellungen an.

Städel und Liebieghaus rechnen nicht mit größeren Einbußen durch die Sperrung. "Wir gehen davon aus, dass die Leute an anderen Tagen kommen", sagte Hahn. Bereits gebuchte Online-Tickets für den 8. Januar seien auch später noch gültig. "Alle aktuellen Ausstellungen laufen auch noch länger." Beide Häuser hätten auch am Samstag noch ganz normal geöffnet. Rund 1400 Besucher kommen durchschnittlich an einem Sonntag ins Städel, im Liebieghaus sind es etwa 250.

Der Kampfmittelräumdienst aus Darmstadt wird den Sprengkörper am Sonntag etwa ab 12.00 Uhr aus dem Main bergen. Das dauert nach Einschätzung der Polizei ungefähr eine Stunde. Für die eigentliche Entschärfung per Ferntechnik sind dann etwa zwei Stunden geplant. "Es wird einen Knall geben", warnt Polizeisprecher McCormack. "Einige werden sich sicherlich erschrecken." Am Nachmittag gegen 15.00 oder 16.00 Uhr soll die Entschärfung vorbei sein.

Rettungstaucher der Feuerwehr hatten den Blindgänger am Dienstagvormittag bei einer Tauchübung unter Wasser entdeckt. Er liegt in unmittelbarer Nähe des Städel und der Fußgängerbrücke Holbeinsteg im Wasser. Von der Fliegerbombe gehe nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes derzeit aber keine Gefahr aus. Die Wasserschutzpolizei bewacht den Fundort bis zur Entschärfung rund um die Uhr.

Um die Absperrung, Bergung und Entschärfung vorzubereiten, wurde bereits am Donnerstag der Holbeinsteg gesperrt. Auch der Rad- und Fußweg zwischen Friedens- und Untermainbrücke auf der Südseite des Mains ist nicht mehr passierbar.

dpa


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