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Gesundheit

Ebola: Behörden sehen am Frankfurter Flughafen keinen Handlungsbedarf

Passagiere am Frankfurter Flughafen müssen sich wegen Ebola vorerst nicht auf stärkere Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gebe es keinen Handlungsbedarf, sagte Udo Götsch vom Frankfurter Gesundheitsamt am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

Frankfurt/Main. Anders als in London kämen in Frankfurt keine Direktflüge aus Ebola-Gebieten wie Liberia oder Sierra Leone an. Nach den USA hatten am Donnerstag die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick spezielle Kontrollen für Reisende aus Ländern mit Ebola angekündigt.

"Wir haben lediglich zwei Direktflüge aus Nigeria pro Tag", sagte ein Fraport-Sprecher. Dort gab es auch Ebola-Fälle, jedoch weit weniger als in den anderen westafrikanischen Staaten. Die Behörden gehen davon aus, dass die Situation dort im Griff ist. "Generell sind wir bestmöglich vorbereitet und im ständigen Kontakt mit den Behörden", sagte der Fraport-Sprecher.

Spezielle Vorschriften oder veränderte Abläufe gebe es wegen der Ebola-Gefahr weder für das Flughafenpersonal noch für die Reinigungskräfte. Am New Yorker Flughafen La Guardia hatten Putzleute aus Angst vor Ebola die Arbeit niedergelegt und sich geweigert, Maschinen sauber zu machen. Diese Probleme gebe es in Frankfurt nicht, sagte der Sprecher.

Nach einer Studie des Max-Planck-Instituts in Saarbrücken ist das Risiko für Passagiere, sich mit einer Infektion anzustecken, in Frankfurt größer als bei anderen internationalen Airports. Die Einschätzung basiert auf einem komplizierten Rechenmodell. "Wir sind halt Deutschlands Drehkreuz in die Welt", sagte dazu der Fraport-Sprecher. Man sehe sich aber zum Schutz der Passagiere sehr gut aufgestellt.

"Daraus würden wir jetzt nicht ableiten, dass wir künftig alle Passagiere screenen müssen", sagte auch der Experte Götsch vom Gesundheitsamt. Um beim Beispiel Ebola auch alle Passagiere, die zuvor in anderen Airports umgestiegen sind, in Frankfurt zu checken, müssten etwa die Hälfte der Reisenden untersucht werden. Neben Fiebermessungen müssten die Menschen einzeln befragt werden - was eine riesige logistische Herausforderung wäre. "Da stehen Aufwand und Erfolg in keinem Verhältnis", sagte Götsch. Das sei auch gar nicht von der WHO empfohlen.

Und selbst mit den besten Sicherheitsmaßnahmen könne man ein Infektionsrisiko nicht völlig ausschließen, sagte der Experte: "Leute, die unbedingt reisen wollen, machen auch falsche Angaben."

dpa


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