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Prozesse

Angeklagter gibt Tötung von Wachmann zu

Ein Mann soll einen Wachmann einer Flüchtlings-Erstaufnahmeunterkunft in Nordhessen mit zwei Schüssen getötet haben. Er gesteht die Tat. Zu Prozessbeginn wirkt der Angeklagte abwesend. Das fällt auch dem Vorsitzenden Richter auf.
Paragrafen-Symbole an Türgriffen. 

Paragrafen-Symbole an Türgriffen. 

© Oliver Berg/Archiv

Kassel. Ein 25 Jahre alter Mann hat vor Gericht zugegeben, einen Wachmann der Flüchtlings-Erstaufnahmeunterkunft im nordhessischen Calden erschossen zu haben. Der Angeklagte "gesteht, seinen Bekannten getötet zu haben", hieß es am Mittwoch zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Kassel in der Erklärung, die der Verteidiger des 25-Jährigen verlas. Der Angeklagte habe "schwere moralische Schuld auf sich geladen" und übernehme die Verantwortung. Weitere Angaben wollte er mit Verweis auf die psychische Verfassung nicht machen. Der Angeklagte stand im Gerichtssaal laut Vorsitzendem Richter sichtbar unter Medikamenteneinfluss.

Der Anklage zufolge hatte der ehemalige Arbeitskollege das damals 35 Jahre alte Opfer - seinen Vorgesetzten - am 10. Februar 2016 auf einem Feldweg getötet. Er soll dem Mann dort während der Fahrt von der Rückbank des Wagens aus in den Kopf geschossen haben. Nachdem das Auto zum Stehen kam, soll das Opfer noch gelebt haben. Der 25-Jährige soll ihm dann noch einmal in den Kopf geschossen haben. Die beiden hatten sich laut Staatsanwaltschaft getroffen, weil der Angeklagte einen Revolver von dem 35-Jährigen kaufen wollte.

Der Staatsanwalt sagte, das Opfer habe den 25-Jährigen zum Arzt fahren wollen, weil dieser mehrere Tage nicht zur Arbeit erschienen war. Den Angeklagte habe dann die Vorstellung überkommen, dies könne negativ für ihn sein, und er habe sich entschlossen, den 35-Jährigen zu töten. Die Eltern des Opfers, die als Nebenkläger anwesend waren, hatten bei der Verlesung der Anklage Tränen in den Augen.

In einem ähnlichen Fall - ein Streit unter Sicherheitsfirmen - waren Anfang Oktober in Baden-Württemberg sechs Angeklagte zum Teil wegen versuchten Mordes zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Sie sollen eine Handgranate auf das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft geworfen haben. Die Granate war am Wachcontainer aufgeschlagen, aber nicht explodiert.

dpa


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