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Kunst

Zehn Jahre nach Kauf durch Land: Weniger Besucher im Schloss Erbach

Mehr als 13 Millionen Euro hat das Land vor zehn Jahren für das Erbacher Schloss im Odenwald bezahlt. Mit dem umstrittenen Kauf des Gebäudes mit der historischen Sammlung des Grafen wollte die CDU-Regierung unter Roland Koch auch den Tourismus ankurbeln.

Wiesbaden. Doch die Besucherzahlen im Schloss sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen, wie die Landesregierung in Wiesbaden jetzt einräumt.

Mit knapp 16 000 Besuchern war das Jahr 2014 ein Tiefpunkt. 2005 - im Jahr des Kaufs - waren es 18 000 gewesen. Ein Jahr später 27 000. Das geht aus der Antwort von Kunstminister Boris Rhein (CDU) auf eine SPD-Anfrage hervor. Beim Kauf des Schlosses hatte der damalige Minister Udo Corts (CDU) als Zielmarke 100 000 Besucher pro Jahr ausgegeben. Später hatten Land und die örtlichen Kommunen von rund 60 000 gesprochen.

"Die Prognosen waren sehr optimistisch", konstatiert Nachfolger Rhein. Zugleich sind auch die Folgekosten beträchtlich: Das Land hat seit dem Kauf fast zwei Millionen Euro in den Unterhalt des Schlosses und die Restaurierung der Sammlung gesteckt. Mit knapp 700 000 Euro wurde seitdem das Defizit der Betriebsgesellschaft ausgeglichen, an der auch die Stadt Erbach und der Odenwaldkreis beteiligt sind.

Die Koch-Regierung hatte 2005 den Kauf damit begründet, der Graf könnte ansonsten aus Geldnot seine für Hessen wichtige Sammlung veräußern. Sie umfasst unter anderem antike Büsten, historische Waffen und eindrucksvolle Geweihe. Ein "wichtiger kulturhistorischer Markstein" für den Odenwald, meint Rhein.

Die Regierung will nun nach seinen Worten mit dem Zusammenlegen von kulturellen Angeboten sowie mehr Museumspädagogik zusätzliche Besucher ins Schloss locken. In den Jahren 2011 und 2013 sei es noch durch Sonderausstellungen gelungen, den Schwund zu stoppen.

Ursprünglich wollte das Land das Schloss schon im Jahr 2004 kaufen. Doch dann wurde das Geschäft zurückgestellt, nachdem Äußerungen von Erbgraf Eberhard zu Erbach-Erbach über seine finanzielle Lage auch für Verärgerung bei der CDU gesorgt hatten. Der Graf hatte von dem "größten Deal" seiner Familie gesprochen. Dadurch war der Eindruck entstanden, die finanzielle Lage des Adeligen sei doch nicht so kritisch. Er darf weiterhin einen Teil seines Schlosses bewohnen.

dpa


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