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Luftverkehr

Wirbelschleppen: Land schließt größere "Vorsorgezone" nicht aus

Nach dem Wirbelschleppen-Vorfall im südhessischen Raunheim schließt das Verkehrsministerium eine Ausweitung der Sicherungszone nicht mehr aus. Grünen-Staatssekretär Mathias Samson kündigte am Montag in Wiesbaden eine genaue Untersuchung des Falls vom Wochenende an.
Die SPD fordert eine Ausweitung der Sicherungszone.

Die SPD fordert eine Ausweitung der Sicherungszone.

© Arne Dedert/Archiv

Wiesbaden. Dann werde entschieden, ob eine "Ausweitung der Vorsorgezone geboten ist".

Wirbelschleppen eines landenden Flugzeugs hatten am Samstag rund 20 Ziegel von zwei Dächern in Raunheim gelöst. Der Unfall ereignete sich rund hundert Meter außerhalb einer vom Land definierten Zone. Dort muss der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport auf eigene Kosten seit Mitte vergangenen Jahres die Dächer extra sichern lassen. Betroffen sind davon rund 3000 Dächer in den Gemeinden Flörsheim, Raunheim und Neu-Isenburg. Fraport muss dafür einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag aufwenden.

Für die Opposition steht jetzt schon fest, dass noch mehr Dächer ins Vorsorgeprogramm aufgenommen werden müssen. Der SPD- Abgeordnete Günter Rudolph forderte von der schwarz-grünen Regierung eine wissenschaftliche Untersuchung. Im Planfeststellungsbeschluss zu der im Herbst 2011 eröffneten neuen Nordwest-Landebahn sei die Problematik der Wirbelschleppen unterschätzt worden.

Auch die seit Januar mit der CDU regierenden Landtags-Grünen zeigten sich besorgt. "Herumfliegende Dachziegel sind eine Gefahr, die so weit irgend möglich verhindert werden muss", erklärte der Abgeordnete Frank Kaufmann.

Luftverwirbelungen landender Maschinen beschädigen seit Jahren immer wieder Dächer. Fraport hatte die Schäden dann meist auf dem Kulanzweg den Eigentümern erstattet. Erst nachdem sich im Zuge der neuen Landebahn die Klagen häuften, nahm im vergangenen Jahr die damalige schwarz-gelbe Regierung den Flughafenbetreiber in die Pflicht.

Die von der neuen Bahn besonders betroffene Stadt Flörsheim versuchte sogar, ein Landeverbot für schwere Flugzeuge zu erreichen. Doch damit scheiterte die Gemeinde im Eilverfahren vor dem Kasseler Verwaltungsgerichtshof Ende Juli vergangenen Jahres. Allerdings ist das Hauptsacheverfahren noch nicht entschieden. Die Richter räumten in ihrem Beschluss auch ein, dass die Gefahr durch Luftverwirbelungen deutlich höher sein könne als Fraport in einem Gutachten annehme.

dpa


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