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Luftverkehr

Wirbelschleppen: Al-Wazir will Sicherungszonen ausweiten

Nach einem erneuten Wirbelschleppen-Vorfall am Frankfurter Flughafen will die Landesregierung die Sicherungszonen ausweiten. Künftig soll der Flughafenbetreiber Fraport auf Verlangen von Eigentümern noch mehr Häuserdächer sichern.
Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünren).

Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünren).

© Frank Rumpenhorst/Archiv

Wiesbaden. Der Schutz der Bevölkerung in Flörsheim und Raunheim habe höchste Priorität, erklärte der Grünen-Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Montag in Wiesbaden.

Am Wochenende waren in Raunheim erneut durch Wirbelschleppen eines landenden Flugzeugs Schäden an Dächern von zwei Reihenhäusern entstanden, die nicht zu den "Vorsorgezonen" gehören. Die Regierung bereite eine Planergänzung vor, teilte Al-Wazir mit. Fraport werde im Rahmen des Verfahrens angehört.

Man werde einen entsprechenden Vorschlag selbstverständlich prüfen, sagte dazu ein Sprecher des Unternehmens. Das Areal westlich des größten deutschen Flughafens sei aber grundsätzlich ausreichend definiert und eines der größten im internationalen Luftverkehr.

Nach einem Planergänzungsbeschluss vom Mai 2013 können Anwohner von Fraport in einer bestimmten Zone der Einflugschneise verlangen, dass die Ziegel ihrer Dächer geklammert werden. Betroffen sind davon bis zu 3000 Dächer in den Städten Flörsheim, Raunheim und auch in Teilen von Neu-Isenburg. Das Unternehmen muss dafür einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag aufwenden.

Luftverwirbelungen landender Maschinen beschädigen seit Jahren immer wieder Dächer. Früher hatte Fraport diese Schäden den Eigentümern ersetzt. Nachdem sich im Zuge der 2011 eröffneten Landebahn die Klagen häuften, hatte im vergangenen Jahr die damalige schwarz-gelbe Regierung den Flughafenbetreiber zur Sicherung von Dächern verpflichtet. Al-Wazirs Ministerium hatte nach einem jüngsten Vorfall im April bereits angekündigt, man werde eine Ausweitung der Sicherungszonen überprüfen.

Die SPD-Opposition sprach von einem überfälligen Schritt. Flörsheim versuchte sogar deswegen, ein Landeverbot für schwere Flugzeuge zu erreichen. Doch damit scheiterte die Gemeinde im Eilverfahren vor dem Kasseler Verwaltungsgerichtshof Ende Juli vergangenen Jahres. Allerdings ist das Hauptsacheverfahren noch nicht entschieden. Die Richter räumten in ihrem Beschluss auch ein, dass die Gefahr durch Luftverwirbelungen deutlich höher sein könne, als Fraport in einem Gutachten annehme.

dpa


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