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Bildung

Teilnehmer am hessischen Bildungsgipfel unzufrieden

Eine Woche vor dem zweiten Treffen des hessischen Bildungsgipfels rumort es unter den Teilnehmern. Der Landeselternbeirat, die Landesschülervertretung und Lehrerverbände äußerten sich kritisch über Inhalt und Form der Veranstaltung.
Konflikte im Bildungssystem werden diskutiert.

Konflikte im Bildungssystem werden diskutiert.

© Boris Roessler/Archiv

Wiesbaden. Dagegen versuchten Kultusminister Alexander Lorz (CDU) und andere Vertreter des Regierungslagers am Donnerstag, einen möglichen Flächenbrand bei dem schwarz-grünen Prestigeprojekt zu löschen.

"Das ist eine absolut ergebnisoffene Veranstaltung", sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Mathias Wagner in Wiesbaden der dpa. Er wolle mit allen Teilnehmern im Gespräch bleiben, um zu einem Konsens zu kommen. Der Bildungsgipfel soll nach dem Willen von Schwarz-Grün gesellschaftliches Einverständnis über die Schulpolitik der kommenden zehn Jahren herstellen.

Die Frage sozialer Gerechtigkeit im Schulsystem werde ausgeklammert, bemängelten die Kritiker. "Der Bildungserfolg darf nicht länger von Herkunft der Schülerinnen und Schüler abhängig sein", hieß es in einem Thesenpapier, dem sich auch die Lehrergewerkschaften VBE und GEW anschlossen. Dazu sei längeres gemeinsames Lernen notwendig.

Bei den Gipfelberatungen über die Schulstruktur in Hessen seien Veränderungen an den Gymnasien von vornherein ausgeschlossen worden, kritisierten Rainer Pilz vom Landeselternbeirat und Jan Voss vom Elternbund Hessen. Schwarz-Grün versuche, Konflikte wegzumoderieren, so dass am Ende stets die Sicht der Koalition vorherrsche.

Minister Lorz wies das zurück. "Der Koalitionsvertrag ist unsere Position, mit der wir in die Gespräche hineingehen. Es muss nicht das Ergebnis sein, mit dem wir hinausgehen", sagte er in Kassel. Er hätte sich gewünscht, dass Kritik auf dem Gipfel geäußert wird, nicht über die Medien. "Wir waren immer offen für Inhalt und Aufbau des Gipfels." Der Gipfel hatte im September erstmals getagt, seitdem trafen sich fünf Arbeitsgruppen. Die zweite Plenarsitzung findet am kommenden Freitag (30.1.) in Wiesbaden statt.

Mit 60 bis 70 Teilnehmern in den Arbeitsgruppen sei eine Diskussion schwierig, sagte Landesschülersprecherin Fevzije Zeneli. Sie leitet gemeinsam mit Kultus-Staatssekretär Manuel Lösel (CDU) die AG zur Schulstruktur. Andere Schüler berichteten von wenig zielgerichteten Beratungen.

Kritik gab es an der großen Präsenz CDU-naher Gruppen in der AG 1. Nicht nur die Landtagsfraktion ist vertreten, sondern auch die Schüler-Union, der studentische RCDS und die Lehrerorganisation ACDL. Nach Angaben des Ministeriums sind die Gruppen in die AGs eingeladen worden, die vorher schriftlich inhaltliche Beiträge gemacht haben. Es könnten auch noch Gruppen nachgemeldet werden, erklärte Wagner.

dpa


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