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Kommunen

Studie: Hoher Wohnungsbedarf nicht nur in Frankfurt

Große Städte sind wieder "in": Der kontinuierliche Zuzug in die Rhein-Main-Region verschärft die Wohnungsnot. Wo es am schlimmsten ist, hat jetzt eine Untersuchung herausgefunden.
Frankfurt fehlt das Bauland. 

Frankfurt fehlt das Bauland. 

© Arne Dedert/Archiv

Frankfurt/Main. Im Rhein-Main-Gebiet haben Kommunen entlang des Rheins wie etwa Groß-Gerau zusammen mit der Frankfurter Kernzone den größten Wohnungsbedarf. Dies geht aus einer am Dienstag in Frankfurt vorgestellten Prognose des Regionalverbands Frankfurt/RheinMain hervor.

Die bereits Mitte März veröffentlichten Eckdaten hatten für die Metropolregion - ohne Wiesbaden und Darmstadt - bis 2030 einen Bedarf von 184 000 Wohnungen ergeben. Jetzt hat der Verband zusätzlich den jeweiligen Bedarf für die 75 Mitgliedskommunen ermittelt, die insgesamt mehr zwei Millionen Einwohner haben. Rechnerisch sei die Nachfrage durch Reserveflächen, Schließung von Baulücken oder die Aufstockung von Gebäuden zu decken, glaubt Verbandsdirektor Ludger Stüve (SPD) und gibt sich optimistisch.

Als prekär gilt aber die Lage in Frankfurt, da der Metropole die Reserven für zusätzlichen Wohnraum ausgehen. Der Bedarf Frankfurts, das jährlich um rund 15 000 Einwohner wächst, wird bis zum Jahr 2030 wird auf 73 000 Wohnungen geschätzt. Auf 227 Hektar können maximal aber nur rund 13 000 Wohnungen gebaut werden. "In zehn Jahren wird es in Frankfurt kaum mehr Fläche geben", glaubt deshalb Stüve, der sich für die Umwidmung landwirtschaftlicher Flächen ausspricht.

Der Bau "bezahlbarer Wohnungen" müsse oberste Priorität haben, verlangt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Er appelliert an die Region, dies als Gemeinschaftsaufgabe zu begreifen. Neben weiterer Verdichtung und dem Umbau von Büros müssten auch neue "grüne und urbane" Stadtteile entstehen, die keine "Betonwüsten" wie in den 1960/70er Jahren sein dürften. Das Land solle außerdem einen "Koordinator" zur Steuerung des Wohnungsbaus in der Region ernennen.

Den hohen Wohnungsbedarf in Kommunen wie Groß-Gerau oder Rüsselsheim erklärt der Verband damit, dass dort das Wohnen für Pendler wegen der verkehrstechnischen Anbindung attraktiver sei als etwa im Main-Kinzig-Kreis oder der Wetterau. Die Studie hat auch die Auswirkungen des Flüchtlingsstroms in der Region miteinbezogen. Deren Anteil an neuen Wohnungen wird aber lediglich auf rund 15 Prozent am Gesamtbedarf geschätzt.

dpa


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