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Migration

Salafisten versuchen vereinzelt in Hessen Flüchtlinge anzuwerben

Die Zahl der Flüchtlinge steigt permanent. Feste Unterkünfte für die Asylsuchenden zu schaffen, wird wegen des sinkenden Temperaturen immer wichtiger. Aber auch die Anwerbungsversuche von Salafisten können die Situation verschärfen.
Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU).

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU).

© Fredrik von Erichsen/Archiv

Wiesbaden. Salafisten versuchen in Hessen, Flüchtlinge gezielt anzuwerben. Es seien vereinzelt Fälle von Kontaktaufnahmen festgestellt worden, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags in Wiesbaden. Dabei seien auch Korane verteilt worden. Die Polizei habe sich aber bereits auf die Situation eingestellt, auch die Sicherheitskräfte in den Flüchtlingseinrichtungen seien sensibilisiert. Es dürfe nicht dazu kommen, dass extremistische Gruppen Not und Orientierungslosigkeit der Flüchtlinge ausnutzten, betonte der Minister.

Der Verfassungsschutz befürchtet angesichts des Flüchtlingsandrangs einen starken Anstieg der Zahl radikaler Islamisten in der Bundesrepublik. Islamisten in Deutschland versuchten unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe, die Situation der Flüchtlinge gezielt für ihre Zwecke zu missbrauchen, Asylbewerber zu missionieren und zu rekrutieren, hatte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, jüngst gewarnt.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes befinden sich nach Angaben von Beuth derzeit 18 515 Flüchtlinge. Dazu kämen rund 3200 Menschen in den fünf Notunterkünften. Die zur Verfügung stehende Zahl der Plätze in festen Unterkünften belaufe sich auf 12 000. In Zelten, die teils beheizt werden können, gebe es Platz für 7000 Personen. Dazu kämen 5000 Plätze in den Notunterkünften.

Das Land sei dabei, 12 000 weitere Plätze in festen Unterkünften bereitzustellen. Dazu zählten Container, Kasernen und Gewerbeimmobilien, erklärte der Minister. Ziel sei, die Zeltunterbringung so schnell wie möglich zu beenden.

Der Innenminister sprach sich dagegen aus, die Flüchtlinge getrennt nach religiösen oder ethnischen Gruppen unterzubringen. "Das wäre das falsche Signal", betonte Beuth und erhielt dabei Unterstützung vom Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Holger Bellino. "Unsere Gesellschaft zeichnet etwas anderes aus." Forderungen nach einer getrennten Unterbringung in den Flüchtlingsunterkünften waren nach der Massenschlägerei in einer Notunterkunft für Flüchtlinge im nordhessischen Calden aufgekommen.

dpa


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