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Bildung

Lorz (CDU) rechnet mit ersten Ergebnissen beim Bildungsgipfel

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) erwartet vom Bildungsgipfel eine Vielzahl von Verbesserungsvorschlägen für das hessische Schulsystem. Die Themen Ganztagsschule und Inklusion sowie die künftige Schulstruktur im Land würden aber bis zum Schluss schwierig bleiben, sagte Lorz am Donnerstag in Wiesbaden vor dem dritten Treffen der Expertenrunde.
Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

© Boris Roessler/Archiv

Wiesbaden. Bei diesen Punkten gehe es darum, trotz unterschiedlichster Auffassung einen Kompromiss zu finden, ohne dass eine Gruppe ihre Position völlig aufgeben muss.

Für den dritten Bildungsgipfel an diesem Freitag im Wiesbadener Wissenschaftsministerium rechnet der Kultusminister mit ersten Ergebnissen von vier der fünf eingesetzten Arbeitsgruppen. Lediglich die Expertengruppe, die sich um das strittigste Thema der künftigen Schulstruktur in Hessen befasst, werde voraussichtlich keine Empfehlungen präsentieren. Lorz äußerte sich dennoch zufrieden mit dem Prozess. "Die unterschiedlichen Akteure haben so viel miteinander geredet, wie seit Jahren nicht." Bereits jetzt habe der Gipfel viele Impulse geliefert.

Hessens GEW-Chef Jochen Nagel und die SPD-Fraktion zeigten sich dagegen enttäuscht von den Treffen. "Bei der grundsätzlichen Frage, wie wir die Schulstruktur im Land gestalten, entwickelt sich leider nichts nach vorne", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt offenkundig bei der CDU-Fraktion und ihrem Umfeld ein starkes Beharrungsvermögen, das Schulsystem so zu lassen, wie es ist."

"Leider versäumen es die Regierungsfraktionen, beim Bildungsgipfel nach wie vor, die Spielräume für Veränderungen aufzuzeigen", kritisierte SPD-Bildungsexperte Christoph Degen. "Schwarz-Grün fehlt es einfach an erkennbarer Bereitschaft, über den eigenen Koalitionsvertrag hinaus Änderungen zuzulassen." Einen Bildungsgipfel, der nur dazu dienen soll, den Koalitionsvertrag in Beton zu gießen, unterstütze die Oppositionsfraktion nicht. Die von der SPD einberufene Bildungs-Enquete sei dagegen der richtige Ort, um die Bildungspolitik zu diskutieren und sie zu verbessern.

Der Bildungsgipfel war von der schwarz-grünen Koalition ins Leben gerufen worden, um ein gesellschaftliches Einverständnis über die Schulpolitik der kommenden zehn Jahren herzustellen. Er hatte im September erstmals getagt. Bereits vor dem zweiten Treffen Ende Januar hatten einige Teilnehmergruppen ihre Unzufriedenheit mit den Beratungen geäußert. Der Kultusminister sicherte danach zu, die Kritik zu berücksichtigen.

"Ich werde am Freitag beim Bildungsgipfel sein, mir alles kritisch-konstruktiv anhören und weiter den Finger in die Wunde legen", betonte der Landeschef der Lehrerorganisationen, der bereits vor dem zweiten Gipfel zu den Kritikern gehörte. "Solange ein Fünkchen Hoffnung für Veränderungen besteht, wird die GEW am Tisch sitzen." Sollte das aber nicht mehr der Fall sein, müsse die Gewerkschaft überlegen, ob sie ihre Energie nicht auf andere Wege verlagere, erklärte Nagel.

Das vierte und letzte Treffen der Expertenrunde wird am 17. Juli stattfinden. Dann sollen die erarbeiteten Leitlinien für die künftige Schulpolitik in Hessen präsentiert werden.

dpa


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