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Finanzen

Hessens Schulden fast zweistellig gestiegen

Hessens Schuldenberg ist in den ersten drei Quartalen gewaltig in die Höhe gegangen. Das Finanzministerium spricht von einer verzerrenden Momentaufnahme. Die FDP-Opposition fordert dagegen die Regierung zum Sparen auf.
Euro-Banknoten und Münzen liegen auf einem Tisch.

Euro-Banknoten und Münzen liegen auf einem Tisch.

© Daniel Reinhardt/Archiv

Wiesbaden. Hessens Schulden sind sprunghaft angewachsen. Das Land stand unter anderem wegen höherer Kassenkredite zum 30. September dieses Jahres mit 46,38 Milliarden Euro in der Kreide, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Das waren 8,8 Prozent mehr als Ende vergangenen Jahres.

Unter den Bundesländern liegt Hessen beim Zuwachs der öffentlichen Schulden hinter Hamburg (8,9 Prozent) an der Spitze. Im Stadtstaat war jedoch der Anstieg der Schulden laut Bundesamt vor allem durch die Übernahme notleidender Altkredite der HSH Nordbank begründet.

Die stärksten Rückgang bei der öffentlichen Verschuldung meldeten die Länder Sachsen (-14,8 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (-6,5 Prozent) und Thüringen (-5,1 Prozent). Bei den alten Bundesländern reduzierte Bayern seinen Schuldenstand am stärksten um 3,9 Prozent.

Das Finanzministerium in Wiesbaden nannte die Zahlen eine "stichtagsbezogene Momentaufnahme". Die Kassenkredite seien stark von der kurzfristigen Liquiditätssituation des Landes abhängig und unterlägen erheblichen Schwankungen. Ein Ländervergleich sei daher schwierig. Das Ministerium wies außerdem darauf hin, dass 2017 nach dem vorliegenden Haushalt die Neuverschuldung Hessens um 45 Prozent auf 350 Millionen Euro zurückgehen werde.

Die FDP-Opposition rief mit Blick auf die Zahlen die schwarz-grüne Regierung zu einem Umdenken auf. Das Land müsse sich angesichts der Rekordsteuereinnahmen endlich um einen Abbau seines Schuldenstands bemühen, erklärte der Abgeordnete Jörg-Uwe Hahn.

Anders als das Land reduzierten Hessens Kommunen in den ersten drei Quartalen ihre Schulden um 1,9 Prozent auf 18,642 Milliarden Euro. Damit lagen sie besser als der Bundesschnitt. Insgesamt sank der Schuldenstand der Kommunen auf Bundesebene um 0,3 Prozent auf 143,7 Milliarden Euro.

dpa


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