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Christen, Muslime und Buddhisten bilden gemeinsam Seelsorger aus

Christen, Muslime und Buddhisten im Großraum Frankfurt haben sich auf gemeinsame Standards für die Seelsorge in Krankenhäusern geeinigt. Sie arbeiten auch bei der Ausbildung ehrenamtlicher Seelsorger zusammen.

Frankfurt/Main. Am Montag stellten Vertreter der Religionen das Konzept vor, das nach ihren Angaben zumindest hessenweit einmalig ist.

Es handle sich um eine "sehr praxisbezogene interreligiöse Kooperation", sagte der evangelische Pfarrer Winfried Hess. Die Zusammenarbeit der drei Glaubensgemeinschaften komme nicht von ungefähr: "In allen drei Traditionen hat eine uneigennützige Sorge für Mitmenschen in Not und Krise eine hohe Bedeutung."

Der Frankfurter Rat der Religionen, dem Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Hindus, Sikhs und Mormonen angehören, hat 2012 Empfehlungen für Seelsorger verabschiedet. Darin ist unter anderem festgeschrieben, dass die Seelsorger den Patienten "niemals ihre eigenen Werte und Überzeugungen aufdrängen" dürfen, dass sie eine Ausbildung gemacht haben und an Supervisionen teilnehmen müssen.

Evangelische und katholische Kirche in Frankfurt bilden schon lange gemeinsam ehrenamtliche Seelsorger aus. In den letzten Jahren habe es vermehrt Anfragen anderer Religionen gegeben, die Schulungsmethoden zu übernehmen, sagte Bernd Nagel vom Ökumenischen Arbeitskreis Seelsorge. Daher habe man für Muslime und Buddhisten Programme ausgearbeitet, die diese dann um ihre religiösen Inhalte ergänzen.

Der muslimische Seelsorge-Verein Salam will schon 2014 Kurse für Klinik- und Notfallseelsorge anbieten. "Der Bedarf in den Krankenhäusern ist definitiv da", sagte Rabia Bechari. Für Buddhisten wurde ein kürzeres Schulungsprogramm ausgearbeitet. Das Tibethaus bekomme viele Anfragen zum Beispiel über den Flughafen, sagte Dagobert Ossa, "das können wir nicht alles selbst leisten".

In den Krankenhäusern Frankfurts seien inzwischen weniger als die Hälfte der Patienten Christen, berichteten Seelsorgerinnen. Hauptamtliche gebe es immer weniger, Ehrenamtliche zu wenige. "Wir können das aus eigenen Mitteln nicht mehr leisten. Es ist an der Zeit, diese Arbeit besser zu verteilen", sagte Pfarrer Hess.

dpa


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