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Castor-Behälter nach Biblis: Hessen ist bereit

Der noch aus dem Ausland zurückkommende deutsche Atommüll soll nach dem Willen der Bundesregierung auch in Hessen gelagert werden. Dazu erklärte sich am Freitag die Landesregierung in Wiesbaden - anders als jene in Bayern - auch bereit.
Ein Warnhinweis hängt im Transportbehälterlager in Gorleben.

Ein Warnhinweis hängt im Transportbehälterlager in Gorleben.

© Julian Stratenschulte/Archiv

Wiesbaden/Berlin. "Wir ducken uns nicht weg", erklärte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) in Wiesbaden zu dem zuvor in Berlin vorgestellten Plan von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Hessen stehe zu seiner Verantwortung. Ins Lager im südhessischen Biblis könnten sechs bis sieben von insgesamt 26 Castoren kommen.

Hendricks hatte ihren Plan in Berlin den vier großen Energiekonzernen präsentiert. Neben Hessen und Bayern sollen die Behälter auch in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein eingelagert werden. Bei den Castoren handelt es sich um Atommüll aus deutschen Kernkraftwerken, den die Bundesrepublik nach der Wiederaufarbeitung aus Frankreich und Großbritannien zurücknehmen muss.

Ob Hendricks' Konzept aber genau so umgesetzt werden kann, ist angesichts des Widerstands der CSU-Regierung in München unklar. "Wenn der Bund hier allein entscheiden will, stellt er eine Einigung bei der Energiewende insgesamt infrage", erklärte Staatskanzleichef Marcel Huber in München. Einseitige Festlegungen des Bundes seien "politisch unklug und dreist".

"Ich erwarte jetzt, dass auch alle anderen Länder ihrer Verpflichtung nachkommen", verlangte Hinz in Wiesbaden. Ähnlich äußerte sich die mit den Grünen in Wiesbaden regierende CDU.

Die SPD-Opposition im hessischen Landtag stützte Schwarz-Grün und kritisierte die CSU. Deren Haltung sei nicht nachvollziehbar, da Bayern jahrzehntelang Atommüll produziert habe. Die FDP-Landtagsfraktion sprach dagegen von einem "Affront" Berlins gegen Hessen. Das Zwischenlager Biblis werde damit zum Endlager. Die Linke verlangte, dass die Atomkonzerne die Kosten für die weitere Lagerung voll übernehmen müssten.

dpa


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