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Luftverkehr

Böses Erwachen: Airport belastet Gemeinde Calden immer mehr

Der stark defizitäre Flughafen Kassel-Calden belastet den Haushalt der nordhessischen Gemeinde im kommenden Jahr deutlich stärker als bislang angenommen. Für seine Kommune als kleinsten Anteilseigner am umstrittenen Regionalflughafen rechnet Caldens Kämmerer Holger Neumeyer mit rund 1,13 Millionen Euro an Zuschüssen - fast dreimal so viel wie bisher.
Eine Boeing 737-700 am Flughafen Kassel-Calden.

Eine Boeing 737-700 am Flughafen Kassel-Calden.

© Uwe Zucchi/Archiv

Calden. "Das ist eine massive Belastung, die die bereits überschaubaren Spielräume der Gemeinde weiter einschränken wird", sagte Neumeyer heute. Zuerst hatte die "HNA" über die stark steigenden Belastungen berichtet.

Calden hält sechs Prozent als Gesellschafter an der Betreibergesellschaft Flughafen Kassel GmbH. Daneben sind auch das Land als Mehrheitsgesellschafter sowie Stadt und Landkreis Kassel an der Flughafenbetreibergesellschaft beteiligt.

Nach Angaben Neumeyers verteilen sich die Belastungen für den Gemeindehaushalt aber nicht nur auf diese Anteile, deren Abschreibungen und den Zinsaufwand für die seinerzeit entstandenen Baukosten, an denen Calden mit sechs Millionen Euro beteiligt war. "Wir tragen auch einen Teil der sogenannten Gemeinwohlkosten, dazu gehören zum Beispiel die Flugsicherung und die Feuerwehr", sagte der Kämmerer. Diese Kosten will das Land auf alle Eigentümer übertragen.

Neumeyer empfiehlt seiner Gemeinde, alles daran setzen, ihren Geschäftsanteil an der Betreibergesellschaft zu reduzieren. Allerdings ist Calden vertraglich gebunden.

"Auf Dauer wird die Gemeinde diese Belastung nicht tragen können", zitierte die "HNA" den Bürgermeister von Calden, Andreas Dinges. In den kommenden Jahren dürfte sich die Lage für den Caldener Haushalt aber nicht entspannen: Airport-Chef Ralf Schustereder rechnet erst im Jahr 2024 mit schwarzen Zahlen.

Seit der Eröffnung von Kassel-Calden im April 2013 hat der Airport mit mangelnder Auslastung und Flugausfällen zu kämpfen. Im Vorjahr wurde ein Verlust von 6,8 Millionen Euro eingefahren. Im März dieses Jahres löste Schustereder die erfolglose Geschäftsführerin Maria Anna Muller an der Spitze des Flughafens ab.

Für das laufende Jahr rechnet der Manager mit einem Minus von 8,1 Millionen Euro. Die schwarz-grüne Landesregierung will erreichen, dass das Defizit des Airports jedes Jahr um zehn Prozent schrumpft. Im Jahr 2017 soll der Flughafen dann auf den Prüfstand gestellt und über seine Zukunft entschieden werden.

dpa


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