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Gesundheit

Bahnlärm: Flüsterwaggons entlasten Mittelrheintal nur zum Teil

Beim Kampf gegen den Bahnlärm hoffen die Bewohner des Mittelrheintals vor allem auf leisere Güterzüge. Doch das Umweltbundesamt hat am Freitag die Hoffnungen auf die bis 2020 geplanten "Flüsterwaggons" gedämpft.
Ein Güterzug fährt durch Rüdesheim am Rhein.

Ein Güterzug fährt durch Rüdesheim am Rhein.

© Boris Roessler/Archiv

Wiesbaden. "Das reicht nicht", sagte René Weinandy, für Lärmschutz zuständiger Abteilungsleiter der Bundesbehörde, auf einer Tagung in Wiesbaden.

Die Bahn müsse ein ganzes Bündel weiterer Maßnahmen ergreifen: Weinandy schlug unter anderem Schallschutz für die Radsätze der Waggons oder Lärmschutz an den Schienen vor. Dazu gehörten das Schleifen der Gleise und Schienenschmieranlagen.

Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes können die neuen Waggons die Lärmbelastung der Anwohner um 10 Dezibel auf 70 Dezibel verringern - das entspricht zwar einer Halbierung des empfundenen Lärms, ist aber immer noch sehr laut. Außerdem werden mit Ausbau der Güterfernverkehrsstrecke Rotterdam-Genua künftig noch mehr Züge durch das enge Rheintal rollen.

Als entscheidendes Datum gilt die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels in der Schweiz im Jahr 2017. Dann könnte alle drei bis vier Minuten ein Zug die Strecke durch das Rheintal nehmen, wie Weinandy sagte. Politisch ist das so gewollt. Denn sowohl Bundesregierung als auch EU setzten auf die verstärkte Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene.

Die Bahn habe zwar schon einiges für den Lärmschutz getan, sagte der Experte des Bundesumweltamtes. Doch am Mittelrhein werde es für das Schienenunternehmen Bahn noch viel teurer werden. Er gab zugleich zu bedenken, dass die gesundheitlichen Kosten durch die Lärmbelastung die Gesellschaft auch teuer zu stehen kämen. Europaweit werden sie auf jährlich 40 Milliarden Euro geschätzt.

"Das Ohr schläft nie", sagte Weinandy zu den Schädigungen. Auf der Tagung waren sich alle Experten einig, dass Dauerlärm - ob auf der Straße, Schiene oder in der Luft - ein hoher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Bei Kindern hat eine europaweite Studie ergeben, dass Fluglärm die Lernleistungen beeinträchtigt, wie der Umweltpsychologe Dirk Schreckenberg berichtete.

dpa


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