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Bergbau

K+S muss wegen Salzabwasser-Entsorgung Produktion drosseln

Der Kali- und Salzproduzent K+S muss die Arbeit im Werk Werra einschränken. Der Dax-Konzern hat ein Problem mit der Entsorgung seiner Produktionsabfälle. Salzabwasser darf vorerst nicht im Boden versenkt werden. Und die Werra verträgt nur eine begrenzte Menge.

Kassel. Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S muss seine Produktion drosseln. Wegen Entsorgungsproblemen mit anfallendem Salzabwasser wird das Werk Werra teilweise vorübergehend geschlossen, wie der Dax-Konzern am Montag in Kassel mitteilte. Die Produktion am Standort Hattorf (Kreis Hersfeld-Rotenburg) werde über Nacht heruntergefahren. Rund 1000 Beschäftigte können von Dienstag an nicht arbeiten. Sie sollen Resturlaub und Überstunden abbauen.

Der Standort Unterbreizbach (Wartburgkreis) in Thüringen mit etwa 750 Beschäftigten könne die Produktion fortsetzen. Möglich sei dies, weil der wieder gestiegene Wasserstand der Werra die Einleitung von genügend Salzabwasser gestattet, ohne dass Grenzwerte überschritten werden.

Das Drosseln der Produktion war für K+S nötig geworden, weil der Konzern von Dienstag (1. Dezember) an nach einer ausgelaufenen Genehmigung kein Salzabwasser mehr im Erdboden versenken darf. Es bleibt aktuell nur die Entsorgung über die Werra. Wie viel produziert werden kann, hängt dann vom Wasserstand des Flusses ab. Nun müsse täglich geprüft werden, ob die Produktion am Standort Hattorf wieder aufgenommen werden kann, teilte K+S mit. Der Konzern rechnet aber mit einer längeren Auszeit. Wie hoch die Produktionseinbußen am Gesamtaufkommen sind, konnte K+S nicht genau beziffern.

Das Unternehmen hofft noch, in den kommenden Wochen eine Übergangserlaubnis zum Versenken des Salzabwassers in den Erdboden zu bekommen. Das Regierungspräsidium (RP) Kassel prüft derzeit als Genehmigungsbehörde, in welchem Rahmen eine streng befristete Erlaubnis mit verringerten Versenkmengen möglich wäre.

Das RP hatte eine neue Genehmigung zum Versenken der Salzlauge von einem neuartigen 3D-Modell abhängig gemacht. Damit soll K+S nachweisen, dass Trink- und Grundwasser nicht beeinträchtigt sind. Die Prüfung des Modells steht noch aus und soll Monate dauern. K+S hatte das Modell laut Kritikern zu spät eingereicht. Der Konzern bestreitet das.

Unterdessen hat K+S aber auch positive Nachricht bekommen: Das RP räumt dem Konzern bei der Entsorgung des Salzabwassers mehr Freiräume ein. Der Grenzwert für die Belastung der Werra bleibe zwar bestehen, die stufenweise Reduzierung wie im Vier-Phasen-Plan vereinbart falle aber weg. Eigentlich hätte K+S ab dem 1. Dezember den Grenzwert von 2500 Milligramm Chlorid pro Liter Wasser auf 2100 mg reduzieren müssen. Diese Auflage wurde nun aber auf einen Änderungsantrag von K+S hin gestrichen - Hauptsache bis zum Jahr 2021 wird ein Grenzwert von 1700 mg erreicht. Der Chlorid-Grenzwert gilt als der wichtigste, es gibt aber auch welche für Kalium und Magnesium.

Die gelockerte Einleit-Erlaubnis sei aber keine Reaktion auf die Produktionspause im Werk Werra, erklärten das RP und K+S übereinstimmend auf Anfrage.

Der Kali- und Salz-Konzern K+S ist der größte Salzproduzent der Welt. Das Unternehmen beschäftigt rund 14 000 Mitarbeiter.

dpa


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