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Geprellte Phoenix-Anleger bekommen zehn Jahre nach Pleite Geld

Zehn Jahre nach der Pleite der Frankfurter Investmentfirma Phoenix Kapitaldienst bekommen die etwa 30 000 geprellten Anleger zumindest einen Teil ihres Geldes zurück.
Auszahlung an Gläubiger hat begonnen.

Auszahlung an Gläubiger hat begonnen.

© Frank May/Archiv

Frankfurt/Main. Am Dienstag begann die Auszahlung der 230 Millionen Euro an die Gläubiger, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters mitteilte. Aufgrund der Vielzahl von Überweisungen werde die Abwicklung sich über mehrere Tage hinziehen.

Bei einem der größten Fälle von Wertpapierbetrug in Deutschland waren Anleger seit Anfang der 1990er Jahre um insgesamt 600 Millionen Euro geprellt worden. Phoenix Kapitaldienst hatte bei Kleinanlegern vor allem in Ostdeutschland mit großen Gewinnversprechungen Geld für einen Fonds eingesammelt. Seit 1998 nutzte die Firma frische Mittel jedoch, um in einer Art Schneeballsystem frühere Verbindlichkeiten zu bezahlen.

Der Betrug flog im März 2005 auf, weil nach dem Unfalltod des Firmengründers die Geschäftsführung wechselte. Die Investmentgesellschaft musste Insolvenz anmelden.

In jahrelanger Kleinarbeit konnte Insolvenzverwalter Frank Schmitt letztlich eine Insolvenzquote von 36,3 Prozent erzielen. Nach Angaben seiner Kanzlei liegt die Rückzahlung damit höher als die in solchen Verfahren üblichen Durchschnittswerte von drei bis fünf Prozent.

Maximal 20 000 Euro je Anleger hatte die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierunternehmen (EdW) an Geschädigte gezahlt. Auf einen kleinen weiteren Nachschlag aus dem Insolvenzverfahren dürfen Anleger hoffen: Es läuft noch ein Prozess, bei dem es um etwa 18 Millionen Euro geht, vor allem um Steuererstattungsansprüche.

dpa


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