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Luftverkehr

Fraports Terminal-Bau: Wirtschaft dafür und Regierung prüft

Der Frankfurter Flughafen hält an seinen Ausbauplänen mit einem dritten Passagierterminal bis 2021 fest und erhält dafür breite Unterstützung aus der Wirtschaft.
Fraport will Terminal 3 bis 2021 ausbauen.

Fraport will Terminal 3 bis 2021 ausbauen.

© Fraport AG

Frankfurt/Main. Der Betreiber Fraport AG legte am Mittwoch zwei neue Gutachten vor, die zu diesem Zeitpunkt ein Aufkommen von 68 bis 73 Millionen Passagieren pro Jahr vorhersagen. Das sei mit den Kapazitäten in den vorhandenen beiden Terminals nicht mehr in der notwendigen Servicequalität zu bewältigen, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte.

Für das laufende Jahr rechnet Fraport am größten deutschen Drehkreuz mit knapp 60 Millionen Fluggästen. "Wir haben kaum noch Platz für weitere Großraumflugzeuge", nannte Schulte als drängendes Problem.

Die neuen Gutachten, die auch von einem zunehmenden Frachtverkehr ausgehen, sollen nun mit der schwarz-grünen Landesregierung erörtert werden. Deren Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) kündigte eine Bedarfsprüfung an. Dies sei wegen der Sorgen in der Region, aber auch wegen ökonomischer Fragen erforderlich. Die von Fraport vorgelegten Unterlagen würden sehr gründlich und ergebnisoffen durchgearbeitet.

Al-Wazir wies erneut darauf hin, dass für das dritte Terminal seit 2007 Baurecht bestehe. "Nun bedeutet Baurecht nicht Baupflicht, vor allem nicht sofort." Prognosen über das Verkehrsaufkommen seien schwierig. Es habe sich beispielsweise gezeigt, dass die Zahl der Passagiere zwar steige, die Zahl der Flugbewegungen aber entgegen früherer Prognosen nicht.

Wirtschaftsverbände sprachen sich einhellig für den Bau des Terminals aus. Der Flughafenverband ADV, das Deutsche Verkehrsforum, der Verband der chemischen Industrie, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und die Industrie- und Handelskammer Frankfurt wiesen auf die Rolle des Flughafens als internationale Drehscheibe und Wirtschaftsfaktor für ganz Deutschland hin. Auch die Fraport-Belegschaft äußerte Zustimmung und die Erwartung, dass angesichts der Verkehrsentwicklung Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen würden.

Die Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau sehen die grüne Flughafenpolitik gescheitert. Al-Wazir werde von der Luftverkehrswirtschaft vorgeführt, sagte BI-Sprecher Thomas Scheffler laut Mitteilung. "Wir sind nicht enttäuscht, denn wer nichts erwartet, wird nicht enttäuscht." Es sei jetzt an der Zeit, den Joker aus der Koalitionsvereinbarung zu ziehen: Planänderungen und eine Modifizierung der Betriebsgenehmigung würden dort als Ultima Ratio genannt.

Die hessische SPD sieht eine Niederlage der Landesregierung. Schwarz-Grün habe im Koalitionsvertrag fälschlicherweise den Eindruck erweckt, die Politik habe bei dem Thema noch mitzureden, sagte Landes- und Fraktionsvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel. Die Linken-Fraktionsvorsitzende Janine Wissler rief Al-Wazir dazu auf, sein Wahlkampfversprechen einzuhalten und den Bau zu verhindern. Der Flughafen brauche neue Kapazitäten und damit auch das neue Terminal, sagte dagegen FDP-Fraktionschef Florian Rentsch.

Trotz der anhaltenden Diskussion sieht Fraport-Chef Schulte den Zeitplan für das neue Terminal nicht gefährdet. Das Unternehmen verfüge über ausreichende Expertise, eine mit einer Milliarde Euro gefüllte Kriegskasse, einen sehr guten Zugang zum Kapitalmarkt sowie reichlich Erfahrung im Bau internationaler Terminals.

Mit dem Bau müsse im kommenden Jahr begonnen werden, sagte Schulte. Das neue Gebäude soll Investitionen von bis zu 3 Milliarden Euro auslösen. Unter anderem soll ein unterirdischer Gepäcktunnel, eine neue Autobahnabfahrt und eine Passagierbahn auf dem Flughafengelände gebaut werden.

dpa


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