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Luftverkehr

Definitives Fristende für Kaufangebote beim Airport Hahn

Bewerbungsschluss: Beim Verkauf des Flughafens Hahn kann kein neuer Investor mehr auf den Plan treten. Drei Konsortien bleiben im Rennen. Gelangt der Hahn aus seinen Turbulenzen?
Ein Einbahnstraßenschild ist vor dem Terminal des Flughafens Hahn zu sehen.

Ein Einbahnstraßenschild ist vor dem Terminal des Flughafens Hahn zu sehen.

© Thomas Frey/Archiv

Hahn. Der Verkaufspoker um den flügellahmen Hunsrück-Flughafen Hahn geht in die heiße Schlussphase. "Nach dem Ablauf der Frist am 9. Januar um 18.00 Uhr können Angebote nicht mehr verändert und auch keine neuen mehr angenommen werden", teilte das rheinland-pfälzische Innenministerium am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit. Die verbliebenen drei Bieter hätten ihre definitiven Angebote präzisiert. Zuvor hatte die Tageszeitung "Mannheimer Morgen" darüber berichtet.

Nun nimmt der Berater Martin Jonas im Auftrag der rheinland-pfälzischen Landesregierung die verbliebenen drei Angebote unter die Lupe. Nach früheren Angaben von Innenminister Roger Lewentz (SPD) sollte Mitte Januar klar sein, "ob und gegebenenfalls mit welchem Bieter wir in endgültige Verhandlungen eintreten werden". Nun teilte das Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur mit: "Zur Zeitspanne für Auswertung durch Prof. Jonas und Abstimmung mit EU-Kommission sind keine Angaben möglich." Ein erster Verkaufsversuch an eine dubiose chinesische Firma war im Sommer 2016 spektakulär gescheitert.

Noch im Rennen sind die Firma ADC mit dem chinesischen Partnerkonzern HNA, das US-chinesische Konsortium Henan American Machinery und die kasachische MG Holding. Der hoch defizitäre Flughafen Hahn gehört größtenteils dem Land Rheinland-Pfalz und zum kleinen Teil Hessen.

Endgültig aus dem Verkaufspoker geworfen sind damit der chinesische Investor Jonathan Pang und sein Rüsselsheimer Partner Cargo Movers GmbH. Sie hatten dem Land Rheinland-Pfalz bereits wegen angeblicher Ungleichbehandlung der Bieter mit einer Klage gedroht. Am Mittwoch teilte Cargo Movers mit, nächste Woche erneut mit Pang über den Hahn zu sprechen. Das Mainzer Innenministerium hatte die Vorwürfe zurückgewiesen: Die Bedingungen seien für alle Bieter gleich gewesen. Pang hatte 2007 bereits den Airport Schwerin-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern übernommen - bislang ohne großen Erfolg.

Der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionsvize Alexander Licht sagte am Mittwoch zum Hahn-Verkaufsprozess: "Ich mache mir einfach Sorgen, dass die Zeit davonrennt, es am Ende dann scheitert und wir ein Konkursverfahren einleiten müssen." Zuvor hatte die CDU-Fraktion vertraulich mit zwei Managern der Fluggesellschaft Ryanair gesprochen. Dabei kam laut Licht auch die Möglichkeit einer Strecke Hahn-Berlin zur Sprache. "Unmöglich ist nichts", habe es geheißen. Der Hahn sei für die irische Airline weiter ein wichtiger Standort.

Licht ergänzte, die laufenden Tarifverhandlungen an dem Hunsrück-Flughafen dürften sich auch auf den Verkauf auswirken. Würden schließlich zwei oder drei Prozent mehr Entgelt für die gut 300 Airport-Mitarbeiter vereinbart, könnte sich das zu hohen zusätzlichen Gesamtsummen addieren. "Dann wird es schwierig." Das Innenministerium teilte dagegen mit: "Die laufenden Tarifverhandlungen für die Flughafenbeschäftigten haben keinen Einfluss auf das Verkaufsverfahren." Bisher bietet der Arbeitgeber 0,5 Prozent mehr Entgelt, während die Gewerkschaften ein Plus von 4,8 Prozent für 2017 fordern. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 26. Januar.

dpa


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