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Welt Zusammenhalt in der EU: Die dunklen Jahre überstehen
Mehr Welt Zusammenhalt in der EU: Die dunklen Jahre überstehen
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22:31 22.06.2018
Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May bei einem EU-Gipfel in Brüssel. Quelle: dpa
Hannover

Ein unvergessener „Bild“-Aufmacher, mit großer weißer Aufmacherzeile auf schwarzem Grund, lautete: „Nehmt den Griechen den Euro weg!“

Damals, es war im Jahr 2011, ließ die Euro-Krise die Wogen hochgehen. Angela Merkel, maulte eine wachsende Minderheit auch innerhalb der Union, müsse endlich aufhören mit ihrer Politik der europäischen Solidarität, die kein Mensch mehr verstehe. Ein eigentlich nicht sehr wichtiger Abgeordneter aus Bergisch Gladbach wurde damals durch sein striktes Nein zu Griechenland-Hilfen zum gefragtesten Talkshowstar der Republik: Wolfgang Bosbach.

Heute, nachdem Griechenland finanzpolitisch wieder auf eigenen Füßen steht, weiß man: Die europäische Gemeinschaftsaktion hat funktioniert. Man musste nicht dem populistischen Reflex des Augenblicks nachgeben. Man brauchte aber Geduld, Augenmaß und langen Atem. Die europäische Politik musste sieben dunkle Jahre überstehen.

Gewiss, die griechische Gesellschaft wird weiter eine schwere Doppellast aus neuen Herausforderungen und alten Schulden zu tragen haben. Das Entscheidende aber ist: Die Europäer haben zusammengehalten. Es war mühsam, Athen zu mehr Solidität und im Gegenzug den Rest Europas zu mehr Solidarität zu bewegen – doch genau in solchem Geben und Nehmen liegt der europäische Weg zur Einigung.

Warum sollten wir anderen helfen?

Heute, in der Flüchtlingsdebatte, geht bei vielen erneut der erste Impuls in eine populistische Richtung: Warum sollten wir anderen Staaten helfen? Doch heute wie damals gilt: Ein für alle Europäer unheilvolles Chaos kann am besten durch eine kluge gemeinsame Politik abgewendet werden, auch wenn es mühsam ist, langwierig und kompliziert.

Klar, die sogenannte nationale Lösung klingt erst mal knackiger. Doch schon hinter der nächsten Kurve droht dann der Zerfall der EU – und der Triumph leise kichernder Mächte, die genau dies bezwecken. Hinzu kommt die Aussicht auf Turbulenzen an den Finanzmärkten, was übrigens den weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock veranlasste, 2017 vor einer Regierungsbeteiligung der FDP in Berlin zu warnen, wegen ihrer unausgegorenen Haltung zu Griechenland.

Es ist hart, aber fair, die vermeintlichen Helden der Griechenland-Debatte nach ihrer politischen Verantwortung zu fragen. Was genau wäre die Folge gewesen, wenn Deutschland die Griechenland-Hilfen blockiert hätte, wie es etwa der CSU-Mann Peter Gauweiler auch vom Bundesverfassungsgericht gefordert hatte? Oder wenn Berlin die Griechen sogar aus der Euro-Zone rausgedrängt hätte, wie es der damalige FDP-Generalsekretär Christian Lindner forderte? Oder wenn Deutschland zur D-Mark zurückgekehrt wäre, wie es der AfD-Mitbegründer Bernd Lucke verlangte? Die Rufe nach „nationalen Lösungen“ waren damals so falsch wie heute.

Von Matthias Koch

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