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Welt Warum kippt ein Unbekannter Klebstoff auf VW-Autos?
Mehr Welt Warum kippt ein Unbekannter Klebstoff auf VW-Autos?
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19:15 03.10.2018
Mit Industrieklebstoff beschmiert seit ein Unbekannter seit längerer Zeit VW-Fahrzeuge in Wolfsburg. Quelle: Privat (Archiv)
Wolfsburg

Für VW-Fahrer ist es derzeit vermutlich ratsam, die Stadt Wolfsburg zu meiden. Denn in der Heimat des Volkswagens geht seit März jemand um, der es auf VWs abgesehen hat. Zumindest scheint es so: Immer wieder werden dort Volkswagen mit Sekundenkleber beträufelt. Gerade ist es wieder passiert: Vier Golfs und ein VW-Bus haben was abbekommen.

Es begann mit ein paar Kleberattacken in der Innenstadt. Die Besitzer entdeckten auf ihren Autos eine hässliche, durchsichtig-milchige Flüssigkeitsspur, die sich nicht mehr entfernen ließ: Klebstoff. Dann häuften sich die Fälle. Immer wieder am Wochenende, aber auch mal unter der Woche, berichtet Sven-Marco Claus von der Polizeiinspektion Wolfsburg, schlug der Täter zu. Wobei: Es könnten auch mehrere Täter sein, sagt Claus. Oder Trittbrettfahrer.

Mehr als 360 Fälle haben die Beamten inzwischen registriert. Sie haben eine dreiköpfige Ermittlungskommission namens „Kleber“ gegründet. Was fehlt ist eine Spur. Der Täter schlägt in allen Teilen von Wolfsburg zu, war aber auch schon in einem Dorf im Kreis Helmstedt. Er gießt seinen Klebstoff auf einzelne Autos, hat in einer Straße aber auch schon mal 18 Pkw beschädigt.

Es trifft vor allem VWs von VW-Mitarbeitern. Die sind leicht zu erkennen, am Kennzeichen, WOB für Wolfsburg, dann ein Buchstabe, dann vier Ziffern. Aber auch Toyotas und BMWs wurden verklebt.

Die Polizei vermutet, dass der Täter quasi im Vorbeigehen zuschlägt. Über das Motiv weiß niemand was. Ein enttäuschter VW-Werker? Vielleicht – aber warum beschädigt er dann auch Toyotas? Was die Polizei weiß, ist die ungefähre Schadenshöhe: 720 000 Euro, sagt Sven-Marco Claus, „vorsichtig geschätzt“: Die Summe entspricht einem Mittelwert von 2000 Euro. Die jüngsten Lackschäden hätten die Autobesitzer allerdings rund 4000 Euro gekostet.

Der Kleber ist ein Industriekleber, nicht billig, sagt Claus, 300 Euro pro 500-Milliliter-Flasche. Minituben aus dem Supermarkt verwendet der Unbekannte offenbar nicht, dazu sind die Klebespuren zu lang. Solche Kleber würden im Montagebereich von Autoherstellern verwendet, sagt Claus. VW? Wisse er nicht, sagt Claus, könne er aber nicht ausschließen. Man könne das Zeug aber auch im Internet kaufen.

Die Polizei fährt inzwischen vermehrt Streife in Wolfsburg. Nicht nur mit Polizei-VWs, auch mit Zivilfahrzeugen. Es sind auch Beamte per Rad und zu Fuß unterwegs, um eine frische Spur zu finden.

Von Bert Strebe

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