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19:31 24.01.2019
Stockenten auf dem Eis in Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Berlin

Enten haben der Deutschen Wildtierstiftung in Berlin zufolge immer kalte Füße. „Deshalb können sie auch auf zugefrorenen Teichen stehen, ohne auf dem Eis festzufrieren“, sagt Stiftungssprecherin Eva Goris. Hinter dem Trick mit den kalten Füßen steckt ein spezieller Kreislauf: Es strömt nur wenig Blut vom Körper in die Vogelfüße, dieses Blut kühlt auf dem Weg nach unten von etwa 40 Grad auf sechs Grad ab. So schmelze das Eis unter den Füßen nicht weg und es ginge kaum Wärme verloren.

Tiere nicht aufscheuchen

Nabu und DLRG warnen deshalb vor überflüssigen Tierrettungsaktionen. Speziell bei Entenvögeln und Schwänen sei es wichtig, die Tiere nicht aufzuscheuchen, damit sie nicht zusätzlich Reserven verbrauchen, hieß es. Diese benötigten sie, um gut über den Winter zu kommen. Spaziergänger sollten deshalb sich und ihre Hunde zurückhalten.

„Lebensgefährlich wird es, wenn Laien auf das brüchige Eis gehen, um nach den Tieren zu schauen“, warnt DLRG-Sprecher Nico Reiners. „Unsere ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte helfen Tieren dagegen gerne, wenn diese wirklich in Gefahr sind.“

Magenverkleinerung und Funktionsfell

Auch andere Wildtiere legen bei Eiseskälte ausgeklügelte Überlebensstrategien an den Tag. Der Wildtierstiftung zufolge kommt der Rothirsch in der nahrungsarmen Zeit mithilfe einer Magenverkleinerung über den Winter: Sein Pansen fasse jetzt 60 Prozent weniger Nahrung als im Herbst, wenn es reichlich Futter gibt. So fahre er den Stoffwechsel herunter und spare Kalorien. Andere Wildtiere wie Wildschweine hätten sich dagegen ordentlich Winterspeck angefressen.

Auch eine Art Funktionsfell käme vielen Wildtieren zugute, so Goris. Demnach wachsen dem Feldhasen kälteabweisende Wollhaare, die mit Luftpolstern im Haarkleid gegen Kälte isolieren. Ähnlich ist es bei Wildschweinen: Unter einem längeren Deckhaar schützen kurze dicke Unterwolle und Luftkammern das Wildschwein und verhinderten die Abgabe von Körperwärme. „Das Prinzip unserer Outdoor-Funktionskleidung wurde in der Tierwelt erfunden“, sagt Goris. Vögel plusterten sich dagegen einfach auf und isolierten so die Luft.

Mücken verfallen in Kältestarre

Stechmücken verfolgen eine ganz andere Strategie: Sie überleben, weil sie sich für den Winter quasi fit schrumpfen. „Sie scheiden überschüssige Körperflüssigkeit aus und bauen in die verbleibende Zellflüssigkeit eine Art Frostschutzmittel ein. Dann verfallen sie in eine Art Kältestarre“, sagt die Expertin der Deutschen Wildtier Stiftung. So schafften es befruchtete Weibchen auch, eisige Winter zu überleben.

Lesen Sie auch: Schneemassen: Gefahr für Wildtiere, Chance für Insekten.

Von RND/so

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