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12:23 24.02.2015
Millionen von Kindern konnten schon vor einer Infektion bewahrt werden. Quelle: Lukas Schulze
Genf

Masern-Wellen wie jetzt in Berlin beunruhigen die Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in besonderem Maße.  Schwere Ausbrüche der hoch ansteckenden Krankheit werden zwar immer wieder aus den ärmsten Regionen der Welt gemeldet. Wenn jedoch selbst in der Hauptstadt eines Industriestaates Eltern nicht für den Impfschutz ihrer Kinder sorgen, lässt dies bei der WHO die Hoffnungen sinken, dass die Krankheit bald ausgerottet werden kann.

Wie viele Masern-Todesfälle gibt es denn weltweit?
Immer noch erschreckend viele: Nach den letzten bei der WHO in Genf vorliegenden Meldungen starben 2013 mindestens 145.700 Menschen an der Infektionskrankheit, größtenteils Kinder unter fünf Jahren. Das sind rund 400 Masern-Todesfälle pro Tag - oder 16 in jeder Stunde.
Wo ist das Problem am größten?
Wie bei fast allen Infektionskrankheiten, die eigentlich vermeidbar wären, in den ärmsten Ländern der Welt. Besonders stark sind fast alle Länder Afrikas südlich der Sahara betroffen, aber auch Indien und Pakistan.
Haben die von den UN unterstützten Impfkampagnen nichts gebracht?
Die WHO schätzt zwar, dass es bereits gelungen war, Masern-Todesfälle um 75 Prozent zu reduzieren. Zwischen 2000 und 2013 seien dank Impfungen etwa 15,6 Millionen Todesfälle vermieden worden. Jedoch rückt das Ziel, die Masern bis 2020 ausgerottet zu haben, wieder in die Ferne. So stieg die Zahl der Masern-Toten von 2012 auf 2013 global um 23.000 an. Nur noch schwer erreichbar erscheint das Zwischenziel, Masern-Todesfälle bis Ende 2015 im Vergleich zum Jahr 2000 um 95 Prozent zu reduzieren.
Wo sieht die WHO den Hauptgrund dafür?
Eindeutig im immer noch unzureichenden Impfschutz. Da wurden - auch wegen fehlender finanzieller Mitteln - in Entwicklungsländern zu geringe Fortschritte gemacht. Deshalb stagniert die Impfschutzrate im globalen Durchschnitt bei 83 Prozent. Mindestens 95 Prozent sind aber nach Einschätzung der WHO-Experten erforderlich, um die Masern zurückdrängen und ausrotten zu können.
Eine Maserninfektion ist aber nur selten tödlich, warum sterben in manchen Teilen der Welt so viele Kinder daran?
Der Grund ist die Armut. Laut WHO beträgt die Masern-Todesrate in Bevölkerungsgruppen, die unterernährt sind und kaum medizinisch versorgt werden, rund zehn Prozent. Mehr als 95 Prozent der weltweiten Masern-Todesfälle gibt es Ländern mit geringem Pro-Kopf-Einkommen und schwachem Gesundheitswesen.

dpa

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