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08:50 11.06.2013
40.000 bis 50.000 Jahre alte Steinabdrücke zeigen die Besiedlungsspuren der frühen Menschheit. Quelle: dpa
Washington

Der moderne Mensch besiedelte Südasien vor etwa 50.000 bis 60.000 Jahren von Ostafrika aus. Es gebe keine überzeugenden Hinweise für die von einigen Experten geäußerte Annahme, dass der Homo sapiens schon viel früher Südasien erreicht habe, berichten Forscher aus England und Portugal in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („Pnas“). Ihrer Ansicht nach bewegte sich der moderne Mensch, sobald er Asien erreicht hatte, entlang der Küsten Süd- und Südostasiens weiter gen Osten und erreichte vor 45.000 bis 50.000 Jahren schließlich Australien.

Nach der als gut gesichert geltenden Out-of-Africa Theorie breitete sich die Gattung Homo von Afrika aus über die Welt aus. In einer ersten Auswanderungswelle gelangte demnach Homo erectus vor etwa 1,9 Millionen Jahren nach Asien und Europa. Vermutlich entwickelte sich aus ihm in Europa der Neandertaler, in Afrika der Homo sapiens. Dieser verließ in einer zweiten Auswanderungswelle vor 60.000 bis 70.000 Jahren erneut den afrikanischen Kontinent und zog daraufhin über die Erde. Die einheimischen Menschenarten starben dann innerhalb kurzer Zeit aus, in Europa etwa der Neandertaler.

Forscher schließen frühere Besiedlung Südasiens durch Homo sapiens aus

Vor ein paar Jahren hatten nun einige Forscher die Hypothese aufgestellt, dass der moderne Mensch Asien schon viel früher besiedelt habe, und zwar vor dem Ausbruch des Toba-Vulkans auf der indonesischen Insel Sumatra vor etwa 75.000 Jahren. Es war der stärkste Vulkanausbruch der vergangenen zwei Millionen Jahre. Grundlage für die Hypothese waren unter anderem in Südindien gefundene Steinwerkzeuge, die unter der Vulkanasche begraben waren und von ihrer Machart zunächst dem Homo sapiens zugeordnet wurden.

Die Forscher um Paul Mellars bewerteten nun noch einmal genetische und archäologische Funde, um die Sachlage zu klären. Sie schließen danach eine frühere Besiedlung Südasiens durch den Homo sapiens aus. So seien bestimmte genetische Merkmale, die heute alle Menschen auf der Erde tragen, erst später - nach dem Ausbruch des Vulkans - in Ostafrika entstanden. Wenn der Homo sapiens Afrika früher in Richtung Südasien verlassen hätte, sei dies ohne die spezifischen und heute noch vorhandenen genetischen Merkmale geschehen. Folglich müssten alle diese „Frühbesiedler“ wieder ausgestorben sein. Dies lasse eine frühere Besiedlung Südasiens durch den Homo sapiens „bestenfalls höchst unwahrscheinlich“ erscheinen, schreiben die Forscher.

Auch moderne Steinwerkzeuge und mit Symbolen verzierte Gegenstände, wie ausgefeilte Klingen oder Eierschalen mit feinen Gravuren, tauchten der Studie zufolge frühestens 25.000 Jahre nach dem Vulkanausbruch in Asien auf. Ganz ähnliche Werkzeuge kennen Wissenschaftler aus Süd-, Zentral- und Ostafrika, und zwar stammen sie etwa aus der Zeit, als der Homo sapiens den Kontinent verließ. Es sei anzunehmen, dass er seine Kulturtechniken dabei mitgenommen habe.

dpa

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