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15:11 21.02.2017
Viele Faktoren nehmen Einfluss auf die Herzgesundheit – Stress ist besonders schädlich. Quelle: Getty Images/iStockphoto
Hannover

Viele Gefahren für die Herzgesundheit sind heute recht gut bekannt. Dazu gehört zunächst das Rauchen. Es fördert die Arteriosklerose, die Ablagerung von Zellen, Fetten und anderen Substanzen in den Wänden der Blutgefäße. Dadurch verengen sich die Gefäße, das Herz muss sich mehr anstrengen, um das Blut hindurchzupumpen. Sind die herzeigenen Arterien betroffen, wird das Organ nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt – es droht ein Herzinfarkt, wenn sie sich ganz verschließen.

Auch wer oft und viel Alkohol trinkt, tut seinem Herzen nichts Gutes: Dauerhaft erhöht sich der Blutdruck, was das Organ belastet. Bewegungsmangel, der oft mit Übergewicht einhergeht, steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, genauso eine schlechte Ernährung. So sollte man Transfette möglichst meiden. Diese entstehen bei der industriellen Härtung pflanzlicher Fette und sind in größeren Mengen in frittierten Lebensmitteln und Fertigprodukten enthalten. Zudem scheint sich der Genuss von rotem Fleisch ungünstig auf die Herzgesundheit auszuwirken.

Auch Krach, Abgase und Stress setzen dem Herz zu

Schon etwas weniger bekannt ist, dass auch Umweltfaktoren wie Krach und Abgase dem Herz zusetzen können. So haben Bevölkerungsstudien gezeigt, dass hohe Luftverschmutzung dauerhaft die Arteriosklerose fördert. Insbesondere älteren Menschen, die bereits an einer Herz- oder Lungenerkrankung leiden, empfiehlt die Deutsche Herzstiftung, sich bei hoher Luftverschmutzung lieber drinnen aufzuhalten. Ähnlich bedenklich ist Lärm: So ist nachgewiesen, dass Nachtfluglärm bereits bei Kindern den Blutdruck erhöht.

Eine ganz besondere Rolle, das kann man heute immer besser belegen, spielt jedoch das psychische Wohlbefinden für die Herzgesundheit. Karl-Heinz Ladwig ist Professor für psychosomatische Medizin und derzeit am „Helmholtz Zentrum“ München tätig, er gehört dem wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung an. Stress, sagt Ladwig, ist schon deshalb so gefährlich, weil er dem Herzen gleich doppelt schadet: Zum einen, weil er sich unmittelbar auf den Organismus auswirkt. Das Herz kann unter Langzeitstress nicht mehr angemessen auf Belastungen reagieren, die Verstopfung der Gefäße wird gefördert. „Dieser Effekt wird dadurch verstärkt“ sagt Ladwig, „dass wir unter Stress vermehrt zu ungesundem Verhalten neigen.

Vielen Menschen merken nicht, dass sie gestresst sind

Gestresste rauchen und trinken häufig mehr und achten weniger auf eine gesunde Ernährung.“ Stattdessen neigen viele zum Frust-Essen und bewegen sich auch noch weniger, weil sie nach dem Feierabend vor dem TV versacken und ihnen die Energie fehlt, aktiv etwas zur Entspannung zu tun. Noch dazu leidet bei beruflichem Stress auch schnell das Privatleben: Weil Betroffene gereizt und aggressiv sind, oder sich zurückziehen. Die Belastung wird dadurch immer größer – ein Teufelskreis.

Dass Gefühle zu körperlichen Reaktionen führen, ist ein Relikt aus Urzeiten: Bei gefühlter Gefahr schaltet der Körper auf Alarmbereitschaft um. Es laufen Prozesse ab, die ihn in die Lage versetzen, gegen ein wildes Tier zu kämpfen oder zu fliehen, man spricht auch vom „Fight or Flight“-Mechanismus. „In der modernen Welt steht aber kein Tiger mehr vor uns, sondern der Chef im Anzug, da nützt uns das eher wenig“, sagt Ladwig. Trotzdem mobilisiert sich der Organismus. Passiert das zwei- bis dreimal am Tag ist es trotzdem nicht schlimm, wir beruhigen uns wieder. Zermürbend und krankmachend wird es dann, wenn wir dauerhaft unter Anspannung stehen. „Das kann sehr unterschwellig stattfinden, vielen Menschen fehlt völlig das Bewusstsein dafür, dass sie gestresst sind“, sagt Ladwig.

Gesunde Stressbewältigungsstrategien entwickeln

Was manchem nicht klar ist: Es sind nicht immer nur Hektik oder ein großes Arbeitspensum, die Stress auslösen. Es können genauso subtiler Leistungsdruck und mangelnde Wertschätzung oder Mobbing sein – oder ein schwelender Konflikt mit dem Partner. Der erste Schritt, um schädlichen Stress abzubauen ist also, ihn überhaupt zu erkennen. Wer den Verdacht hat, dass seine Gesundheit bereits unter einer psychischen Belastung leidet, sagt Ladwig, der sollte sich ehrlich fragen: Werde ich wirklich fertig mit dem Stress? Gibt es verdrängte Konflikte? Wichtig sei auch, sich über eigene, vielleicht schädliche Strategien zur Stressbewältigung klar zu werden.

Hier sollten laut Ladwig auch die Kardiologen ansetzen: Wenn sie den stressigen Alltag ihrer Patienten nicht ändern können, sei schon viel damit getan, ihnen zu gesünderen Bewältigungsstrategien zu raten – und sie bei schwerwiegenden Problemen zum Psychologen zu überweisen. Denn der Abbau von Stress ist nicht immer einfach. Entspannungsübungen können helfen, die körperlichen Folgen von Stress zu reduzieren – packen das Probleme aber nicht unbedingt bei der Wurzel, wenn eine belastende Situation fortbesteht. „Sie können helfen, aber nicht als Ersatz für die Auseinandersetzung mit ungelösten Konflikten“, sagt Ladwig.

Von RND/Irene Habich

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