Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wissen Impfgegner muss Prämie doch nicht zahlen
Mehr Welt Wissen Impfgegner muss Prämie doch nicht zahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:15 16.02.2016
Der kuriose Rechtsstreit um Masernviren ist beendet: Der Impfgegener muss die ausgelobte Prämie für den Nachweis der Viren nicht zahlen. Quelle: Achim Scheidemann/dpa
Stuttgart

Es habe sich nicht um eine Wette oder ein Preisausschreiben des Impfgegners gehandelt, worauf der 31-Jährige Mediziner reagiert hatte, begründete das Oberlandesgericht, sondern um eine Auslobung. Und bei einer Auslobung bestimme alleine der Auslobende die Regeln - und eben auch allein darüber, für welchen Beleg oder Nachweis er gegebenenfalls die Prämie bezahlt. Das Landgericht Ravensburg hatte ihn vor einem Jahr noch zur Zahlung der Wettschuld an den Arzt verpflichtet.

Der 52-Jährige hatte im Internet 100.000 Euro demjenigen versprochen, der ihm eine wissenschaftliche Arbeit liefere, mit der nicht nur die Existenz, sondern auch die Größe des Virus belegt werde. Der Mediziner hatte den Eintrag im Internet gesehen, sich schriftlich vergewissert, dass er ernst gemeint war, und dann sechs wissenschaftliche Arbeiten eingereicht, darunter den Bericht über die Erstisolation des Masernvirus von 1954. Siegesgewiss schickte er gleich auch seine Kontonummer mit.

Formulierung ist der Knackpunkt

Es war aber eben nicht die eine Publikation, die sowohl Existenz als auch Größe und Gefahr des Virus belege. "Sie hätten aber auch 600 einreichen können, er hätte keine akzeptiert", sagte der Vorsitzende Richter des Oberlandesgerichts, Karl-Heinz Oleschkewitz. Der 52-Jährige sei als Impfgegner bekannt und sein Gegenüber hätte ahnen können, wie der Nachweis bewertet würde.

Die Entscheidung sage gar nichts über die Existenz oder Nichtexistenz des Masernvirus aus, betonte Richter Oleschkewitz. Das könne die Kammer ja gar nicht beurteilen. "Es ist eine rein juristische Entscheidung", sagte er. Knackpunkt sei einzig und allein die Formulierung der Auslobung.

Impfgegner fühlt sich bestätigt

Der Impfgegner feierte das Urteil dennoch als Wendepunkt. "Es gibt keine krankmachenden Viren", sagte der 52-Jährige. Die sechs eingereichten Publikationen fassten viele andere Fachartikel zusammen - und keine könne Existenz, Größe und die krankmachende Wirkung der Viren nachweisen. Das Impfen gegen Masern und Viren generell habe daher keine wissenschaftliche Rechtfertigung. Zwar sei er mit dieser Meinung in der Minderheit, räumte er ein - "aber das war Einstein auch mit seiner Gravitationstheorie".

Eine Revision ist nicht zugelassen. Allerdings könne Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundesgerichtshof gestellt werden, betonte ein Gerichtssprecher.

Von Roland Böhm, dpa

Wissen Britische Studie "The Children's Worlds" - Äthiopier gehen lieber zur Schule als Deutsche

In Algerien und Äthiopien gehen Kinder lieber zur Schule als in Deutschland und England. Außerdem sinkt die Lust am Lernen mit dem Alter. Das sind die Ergebnisse einer weltweiten Studie.

04.03.2016
Wissen Internationale Luftfahrtverband - Drohnen eine Gefahr für Passagierflugzeuge

Tieffliegende Drohnen in der Nähe von Flughäfen stellen eine wachsende Gefahr für Passagierflugzeuge dar. Dieses Fazit ziehen Experten in dem am Montag veröffentlichten Sicherheitsbericht des Internationalen Luftfahrtverbands – Iata.

15.02.2016

Im August sind die Olympischen Spiele in Rio, die Welt schaut auf Brasilien. Die Zika-Epidemie kommt zur Unzeit. Und Bürger fordern Klarheit, ob sich Fehlbildungen wirklich wegen Zika häufen. Nun soll Militär den Mücken, die das Virus übertragen, zu Leibe rücken.

13.02.2016