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10:10 11.08.2015
In den nächsten Tagen regnet es Sternschnuppen vom Himmel. Quelle: Patrick Pleul
Berlin

Der Meteorstrom besteht aus abgelösten Stückchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle.

„Der Sternschnuppenschauer kommt dadurch, dass die Erde durch die Flugbahn des Kometen hindurchfliegt“, erklärt Astronom Andreas Hänel, der das Planetarium in Osnabrück leitet. Der Komet verliere auf seiner Bahn Staubkörner, die dann in der Erdatmosphäre verglühten. Astronomen sprechen von Perseiden, weil die Sternschnuppen dem Sternbild Perseus zu entströmen scheinen.

In dessen Richtung müssen Nachtschwärmer deswegen aber nicht unbedingt schauen: „Die sind am ganzen Himmel zu sehen“, sagt Hänel. „Am besten sieht man sie in der zweiten Nachthälfte, weil Europa dann in die Flugrichtung der Erde schaut.“ Der Effekt: Die Sternschnuppen kommen quasi von vorne. 20 bis 30 Stück pro Stunde können Laien dem Experten zufolge sehen - tatsächlich dürften etwa 60 unterwegs sein.

Wie viele Sternschnuppen Beobachter sichten, hängt aber nicht nur von der Aufmerksamkeit ab: Wolken am Himmel oder ein voller, heller Mond könnten Himmelsgucker stören. Derzeit herrschen allerdings günstige Bedingungen, denn am 14. August ist Neumond. „Der Mond stört diesmal so gut wie gar nicht“, sagt Hänel.

Auch das Wetter dürfte in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mitspielen. „Es sieht deutschlandweit recht gut aus mit einem freien Blick zum Himmel“, ergänzt ein DWD-Meteorologe. Einzig in südlichen Mittelgebirgen und in den Alpen könnte es am Mittwochabend möglicherweise gewittern.

Insgesamt dürfen sich Sternengucker aber freuen. Die Temperaturen liegen nach DWD-Angaben nachts zwischen 15 und 21 Grad. „Da dürfte ein leichtes Sommerjäckchen reichen“, sagt der Meteorologe. Kühler könnte es in Norddeutschland werden. „Die beste Beobachtungszeit liegt in der zweiten Nachthälfte zwischen 2.00 und 4.00 Uhr.“

Mancherorts gibt es sogar ein Public Viewing zum Himmelsschauspiel: In den Rheinauen bei Bonn werden dazu etwa Liegen aufgestellt und Hintergrundmusik aufgelegt.

Tatsächlich hängt aber nicht alles von dieser einen Nacht ab: Auch in den Nächten davor und danach seien Sternschnuppen zu sehen, erläutert Astronom Hänel. Und wie schaut es sich am besten? „Man sollte sich einen dunklen Ort suchen“, rät er.

Regional gibt es allerdings besonders geeignete Stellen: Vor Jahren entdeckte Hänel beispielsweise den kleinen Ort Gülpe im Havelland 70 Kilometer westlich von Berlin als einen der dunkelsten Orte Deutschlands. Der Naturpark Westhavelland wurde im Februar 2014 von der International Dark Sky Association (IDA) zum ersten deutschen Sternenpark ernannt. Auch die Rhön eignet sich Experten zufolge wegen ihrer relativ dünnen Besiedlung gut zum Sternschnuppen-Beobachten, weil wenig andere Lichter stören.

Wer die Perseiden trotzdem verpasst, hat dieses Jahr aber noch mal die Chance auf ein Himmelsspektakel. „Es ist nicht der intensivste Sternschnuppenschauer“, sagt Astronom Hänel. „Den haben wir mit den Geminiden am 14. Dezember.“ Die hätten allerdings einen Haken: „Da legt sich niemand so gern raus.“

dpa

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