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12:39 03.06.2013
Ärmere Kinder werden öfter Opfer von Gewalt. Quelle: dpa
Berlin

Gewalt gehört einer aktuellen Erhebung zufolge für knapp ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zum Alltag. Am stärksten von körperlicher Gewalt betroffen sind demnach Heranwachsende aus armen Familien: 32 Prozent dieser Kinder gaben an, oft oder manchmal geschlagen worden zu sein. Manche wurden so heftig verprügelt, dass sie blaue Flecken davontrugen.

Sozial besser und durchschnittlich gestellte Kinder seien deutlich seltener von Gewalt betroffen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Bielefeld im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Befragt wurden 900 Kinder zwischen sechs und sechzehn Jahren.

Die Kinder und Jugendlichen berichteten der Untersuchung zufolge häufig auch von verbaler Gewalt: Ein Viertel aller Befragten habe die Erfahrung gemacht, von Erwachsenen als dumm oder faul beschimpft zu werden. Arme Kinder berichteten zudem deutlich häufiger als ihre bessergestellten Altersgenossen davon, dass Erwachsene ihnen das Gefühl geben, weniger wert zu sein.

Auch das Fairness-Empfinden in der Schule hänge von den sozialen Verhältnissen ab: 45 Prozent der Kinder aus prekären Verhältnissen berichteten, Lehrer würden bestimmte Schüler besser behandeln. Bei den privilegierten Kindern empfinden das nur rund 23 Prozent so. Ein ähnliches soziales Gefälle habe sich beim Mobbing unter Gleichaltrigen gezeigt, hieß es in einer Mitteilung zur Studie.

Der Status der Eltern werde von den Kindern selbst unmittelbar wahrgenommen: Mehr als ein Viertel der Heranwachsenden aus benachteiligten Verhältnissen habe zum Beispiel kein eigenes Zimmer. Jedem fünften dieser Kinder seien die beschränkten finanziellen Möglichkeiten der Familie bewusst.

Die Bepanthen-Kinderförderung wurde 2008 vom Pharmakonzern Bayer gegründet. Ziel sei es, arme Kinder in Deutschland zu unterstützen. Das Unternehmen spendet nach eigenen Angaben jährlich für das Kinderhilfsprojekt „Die Arche“, 2013 etwa für ein Konflikttraining.

dpa

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